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Sony-Vertrag

Der 250-Millionen-Dollar-Deal der Jackson-Erben

Die Musikbranche feiert den größten Deal aller Zeiten: Sony gibt 250 Millionen Dollar für den musikalischen Nachlass von Michael Jackson aus. Zu Lebzeiten hätte er für sein Werk nie so viel Geld bekommen. Mindestens zehn Jackson-CDs sollen noch erscheinen. Die Branche liebt tote Künstler.

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Andy Warhol
Foto: Getty Images/Hulton Archive
Das US-Wirtschaftsmagazins "Forbes" hat eine Liste mit den Topverdiener veröffentlicht, die auch noch nach ihrem Tod Millionen verdienen. Auf Platz 13: Andy Warhol mit schlappen sechs Millionen Dollar. Er starb mit 58 nach Komplikationen bei einer Gallenblasen-Behandlung.

„Tote singen nicht“, sagt der Schurke in B-Filmen, bevor er Mitwisser zum Schweigen bringt. Im Popgewerbe verhält es sich umgekehrt: Niemand singt profitabler und ausdauernder als ein Toter. Das soeben abgeschlossene 250-Millionen-Dollar-Geschäft zwischen dem Sony-Label und den Nachlassverwaltern von Michael Jackson hält den vor neun Monaten verstorbenen „King of Pop“ für mindestens zehn CDs bis 2017 am Leben.

Was Jackson jemals gehaucht, getanzt und nicht veröffentlicht hat, wird der Nachwelt eröffnet und neuen Generationen in Filmen, Musicals und Fanartikeln verkauft. Das Business feiert den größten Deal aller Zeiten, den der lebende Jacko nie erreicht hätte.

Das Geschäft als Leichenfledderei zu verunglimpfen ginge an der Realität vorbei. Nur der Tod stellte die von Skandalen und künstlerischer Impotenz verwundete Ehre Michael Jacksons her. Nur Tote haben keine Probleme mit Drogen, Scheidungen, Bauchansatz, wie Jackos Brüder im Olymp beweisen: Elvis Presley mit 42 Millionen Dollar Jahresverdienst, John Lennon mit 24 Millionen und Bob Marley mit 14 Millionen. Das gilt erst recht in den schweren Zeiten des Musikgeschäfts, da Lizenzverkäufe und Konzerteinnahmen die schwachen CD-Verkäufe alimentieren müssen.

Michael Jackson war 2009 auf dem US-Markt mit 8,3 Millionen verkauften CDs und 12,9 Millionen Online-Kopien von einzelnen Songs der erfolgreichste Künstler. „This Is It“, der bei den Proben für die Londoner Comeback-Konzerte mitgeschnittene Kinofilm, markierte im Oktober 2009 den ersten Schritt der Freundschaft zwischen Sony und den Jacksons. Es braucht keine Fantasie, zu ahnen, wie es weitergehen wird. Musicals, Videospiele und TV-Realityshows werden Jackos Werk zu Geld machen. Michael Jackson hat es verdient. Möge er in Frieden singen und in alle Ewigkeit.

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Michael Jacksons letzte Stunden



Erschienen am 16.03.2010

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