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22.02.10

Rock-Band

Weißrussland erklärt Rammstein zum Staatsfeind

Strenge Sitten in Weißrussland: Der Gesellschaftliche Rat für Sittlichkeit hat die deutsche Band Rammstein als gefährlich eingestuft. Die Gruppe verbreite den Moralhüter zufolge Propaganda für "Homosexualität und andere Abartigkeiten". Das geplante Konzert in Minsk beschmutze die Würde des Veranstaltungsortes.

© dpa
14. Echo-Verleihung - Rammstein

Die deutsche Brachialrock-Band Rammstein ist von den obersten Moralhütern im autoritär regierten Weißrussland zum Staatsfeind erklärt worden. Die Musiker würden "die weißrussische Staatsordnung zerstören".

Das teilte der von Präsident Alexander Lukaschenko unterstützte Gesellschaftliche Rat für Sittlichkeit mit Blick auf ein am 7. März in Minsk geplantes Konzert mit. Die Rammstein-Lieder seien Propaganda für "Gewalt, Masochismus, Homosexualität und andere Abartigkeiten", die sich gegen weißrussische Werte richteten, hieß es. "Eine Erlaubnis für ein Rammstein-Konzert ist ein Fehler, der uns viel kosten kann."

Weißrussland ist eine ehemalige Sowjetrepublik. Bürgerrechtler nennen Präsident Lukaschenko den "letzten Diktator Europas". Der Vorsitzende der Moralkommission, der staatstreue Schriftsteller Nikolai Tscherginez, bedauerte, dass für das geplante Rammstein-Konzert in der Minsk-Arena bereits Karten verkauft seien. Wenn die Gruppe auftreten wolle, müsse das Programm vorher genau abgestimmt werden, um "Extremismus" zu verhindern. Die "Würde" des Veranstaltungsortes dürfe nicht beschmutzt werden.

Die weißrussischen Behörden hatten unlängst auch die Kontrolle über das Internet verschärft und damit nach Meinung von Menschenrechtlern eine Zensur eingeführt. Auch die 2009 gegründete Moralkommission steht in der Kritik, die Meinungsfreiheit zu unterdrücken.

Beobachter vermuten, dass die Behörden ihr Vorgehen gegen Andersdenkende verschärfen, weil Lukaschenko in einem Jahr erneut zur Präsidentenwahl antritt. Jüngst trat in Weißrussland auch ein Gesetz in Kraft, dass das Biertrinken auf der Straße verbietet.

Quelle: dpa/kami
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