Türkei
Lebendig Begrabene beschäftigt Parlament
Samstag, 4. Dezember 2010 16:26Der Fall eines 16 Jahre alten Mädchens, das offensichtlich lebendig begraben worden ist, beschäftigt nun das Parlament in der Türkei. Zwei Abgeordnete haben eine Stellungnahme gefordert. Das Mädchen ist nicht unter Polizeischutz gestellt worden, nachdem es von Misshandlungen in der Familie berichtet hatte.
Das türkische Parlament befasst sich mit dem Fall eines 16-jährigen Mädchens aus Ostanatolien, das von ihren Verwandten lebendig begraben wurde.
Die Leiche des Mädchens war im Dezember in einem Schacht im Hinterhof ihres Elternhauses gefunden wurden.
Die Autopsie ergab, dass sie lebendig begraben wurde. Die Justiz fordert für Vater und Großvater des Mädchens lebenslängliche Haft wegen Mordes.
Die Motive für das grausame Verbrechen sind unklar. In einigen Medienberichten war von einem Ehrenmord die Rede, weil Medine mit fremden Männern gesprochen haben soll.
In ihren parlamentarischen Anfragen gehen die Oppositionsabgeordneten Fatma Kurtulan und Ali Ihsan Köktürk aber von einer anderen Art von Familiengewalt aus.
Sie beziehen sich auf Berichte, nach denen sich Medine bei der Polizei mehrmals über die ständigen Prügel von Vater und Großvater beschwert hatte.
Laut lokalen Zeitungsberichten wurde Medine daraufhin aus Rache getötet. Deshalb stelle sich die Frage, warum das Mädchen nach ihren Beschwerden nicht unter Polizeischutz gestellt, sondern zu ihrer Familie zurückgeschickt worden sei, hieß es in den Anfragen.AFP/lk
Erschienen am 11.02.2010
















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