Amboseli-Nationalpark
Zebras werden Löwen zum Fraß vorgeworfen
Da werden sich die Löwen aber freuen: Die Naturschützbehörde in Kenia hat angekündigt, tausende Zebras und Gnu-Antilopen hungernden Wildkatzen zuzuführen. Dazu sollen die Herden mit Hubschraubern eingefangen und anschließend mit Lastwagen in die von einer Dürre geplagten Region transportiert werden.
Die kenianische Naturschutzbehörde KWS will mit etwa 4000 Zebras und 3000 Gnu-Antilopen den Hunger der Löwen und anderer Wildtiere im Amboseli-Nationalpark stillen.
Ein KWS-Sprecher sagte, die Tiere würden von Hubschraubern aus auf dem Gelände eines privaten Naturschutzgebietes zusammen getrieben und mit Lastwagen aus dem zentralkenianischen Rift Valley bei Naivasha nach Amboseli gebracht. Amboseli liegt an der Grenze zu Tansania. Löwen und Hyänen in der Amboseli-Region hatten in den vergangenen Monaten zunehmend das Vieh der dort lebenden Massai angegriffen. "Mit dieser Aktion bleibt das Ökosystem von Amboseli gewahrt", sagte Charles Musyoki, ein Wissenschaftler der KWS.
Amboseli war besonders schwer von der Dürre im vergangenen Jahr betroffen. Etwa 60 Prozent der dort lebenden Zebras, Giraffen, Antilopen und anderer Pflanzenfresser wanderten entweder in andere Gebiete ab oder starben, weil sie auf den ausgedörrten Weiden keine Nahrung mehr fanden. Viele Touristen, die sich auf das ostafrikanische Tierparadies mit Blick auf den Kilimandscharo gefreut hatten, waren entsetzt über den Anblick der vielen Tierkadaver.
Mit der umgerechnet eine Million Euro teuren "motorisierten Tierwanderung" soll bis Ende Februar das Gleichgewicht zwischen Fleisch- und Pflanzenfressern in Amboseli wieder hergestellt werden. Zugleich müssen die von der Dürre ebenfalls schwer geschädigten Viehzüchter sich weniger vor jagenden Löwen fürchten – und es bestehe weniger Gefahr, dass Löwen aus "Rache" getötet werden.
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