Jacksons Arzt
Dr. Murray wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Montag, 14. Juni 2010 23:54Michael Jacksons früherer Leibarzt, Conrad Murray, ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. Er habe ohne Vorsatz den Tod des Sängers herbeigeführt, heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Der Kardiologe hat sich daraufhin für "nicht schuldig" bekannt.
Jacksons Eltern, Joe und Katherine Jackson, sowie mehrere Geschwister des im Juni gestorbenen Popstars trafen am Montag bei Gericht ein. Sie wollten bei der Erhebung der Anklage dabei sein. Jacksons Bruder Jermaine sagte beim Betreten des Gerichtsgebäudes, dass eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung „nicht genug“ sei.
Jacksons Familie drängt seit langem auf eine harte Bestrafung Murrays. Der Leibarzt habe derart leichtfertig gehandelt, dass eine Anklage wegen Totschlags angebracht sei, sagte Familien-Anwalt Brian Oxman kürzlich dem Sender CBS.
Nach dem überraschenden Tod des 50 Jahre alten Popstars am 25. Juni hatte Murray eingeräumt, den Sänger mit starken Medikamenten - darunter das Narkosemittel Propofol – behandelt zu haben. Dem Totenschein zufolge starb der „King of Pop“ an einer „akuten Vergiftung“ mit Propofol.
Sein Anwalt Michael Flanagan sagte vorige Woche, er werde für seinen Mandanten sofort Kaution hinterlegen. „Tmz.com“ rechnet mit einer Kaution in Höhe von 25.000 Dollar (etwa 18.300 Euro).
Murray werde nach dem Gerichtstermin Los Angeles wieder verlassen und nach Las Vegas (Nevada) oder Houston (Texas) zurückkehren. Der Kardiologe war in beiden Städten als Arzt tätig, bevor Jackson ihn im vergangenen Frühjahr als Leibarzt engagierte.
Murrays Anwälte rechnen nach eigenen Angaben mit einem langen Verfahren. Es werde „Bände von Beweismitteln und Zeugenberichten“ der Anklage geben, die von eigenen Experten analysieren werden müssen, stellte Flanagan im Interview mit der US-Zeitschrift „People“ in Aussicht.
Murray war gleich nach dem Tod Jacksons ins Visier der Polizei geraten. Die Ermittler durchsuchten wiederholt Praxisräume des Arztes und konfiszierten dabei Computer und Unterlagen.
dpa/cor
Erschienen am 08.02.2010
















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