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02.02.10

Eiszeit

Bundeswehr soll Hiddensee aus der Luft versorgen

Seit Tagen ist die Ostseeinsel Hiddensee von der Außenwelt abgeschnitten. Selbst die Eisbrecher kapitulieren vor der Masse an Eis, die die Insel umgibt. Eine Luftbrücke mit zivilen Helikoptern musste aufgrund des Schneetreibens wieder eingestellt werden. Jetzt hat der Landkreis die Hilfe der Bundeswehr angefordert.

dpa

Wahrhaft Winter-Wunderland: Die Ostsee unweit des Seebades Thiessow auf der Insel Rügen

9 Bilder

Zur Versorgung der Einwohner und Urlauber auf der Ostseeinsel Hiddensee hat der Landkreis jetzt die Hilfe der Bundeswehr angefordert. Es werde geprüft, ob mit einem Mannschaftshubschrauber Nachschub an Lebensmitteln eingeflogen werden könne, sagte Landrätin Kerstin Kassner (Linke) in Bergen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wird der Antrag derzeit geprüft.

Zuvor war die mit zivilen Helikoptern eingerichtete Luftbrücke zwischen Rügen und Hiddensee wegen des sich verschlechternden Wetters gegen Mittag wieder eingestellt worden. Bei dichtem Schneefall könnten die Maschinen nicht starten, sagte ein Koordinator.

Insgesamt waren im Tagesverlauf etwa 40 von mehr als 100 wartenden Urlaubern von Hiddensee ausgeflogen worden. Gleichzeitig brachten die Hubschrauber Medikamente, Material für den Pflegedienst, Nachschub für den Inselarzt und Lebensmittel auf die vom Eis blockierte Insel. Die frischen Lebensmittel wie Brot, Milch, Eier, Obst und Gemüse reichten jedoch bei weitem nicht aus, um die rund 1000 Inselbewohner zu versorgen, sagte Bürgermeister Manfred Gau.

Das einzige Fährschiff mit Eisklasse liegt im Hafen Schaprode auf Rügen fest. Das Schiff habe steuerbords einen Schaden an der Propellerverstellanlage erlitten und müsse in einer Werft aufgedockt werden, sagte Reedereisprecher Knut Schäfer. "Wir hoffen, dass ein Eisbrecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Stralsund noch einmal einen Versuch unternimmt, um das Schiff schnellstmöglich von Schaprode in eine Werft zu eskortieren."

Am späten Montagabend war der Eisbrecher "Ranzow" bei dem Versuch gescheitert, die Insel von Norden her anzusteuern. Das 33 Meter lange Schiff habe die inzwischen bis zu 30 Zentimeter dicke Eisdecke zum Vitter Bodden nicht brechen können, sagte ein WSA-Sprecher.

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Quelle: ddp/sv
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