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29.01.10

"Son"-Endung ist out

Darum tragen Schweden nun so komische Namen

Immer mehr Schweden mögen nicht mehr Johansson, Nilsson oder Gustavsson heißen. Immerhin ein Viertel der Namen der Gesamtbevölkerung endet auf die Silbe "son". Weil gerade der Trend der Individualisierung um sich greift, heißen viele Schweden jetzt lieber "Mondtroll" oder "Steuerbär".

© dpa
Kronprinzessin Victoria am schwedischen Nationalfeiertag

Fällt in Deutschland der Name Max Mustermann oder Otto Normalverbraucher, ist von einem Durchschnittsmenschen die Rede. In den USA heißt er John Doe, in Dänemark Herr und Frau Jensen, und in Schweden nennen sie ihn Medel-Svensson, zu deutsch: "Mittel-Svensson".

Weil es in Schweden eben viele Svenssons, aber auch Johanssons, Nilssons oder Gustavssons gibt. 2,5 Millionen, um genau zu sein, also mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Doch immer mehr Schweden sind ihrer son-Namen überdrüssig. Sie wollen ihn deshalb ändern, um sich in dem ohnehin schon vom Gleichheitsgedanken geprägten Land einen Anstrich von Individualität zu verpassen. Im vergangenen Jahr taten dies 7750, so viel wie nie zuvor.

Jetzt heißen sie "Hochtanne", "Entental", "Nordenrot", "Mondtroll" oder "Steuerbär". Möglich macht das ein im europäischen Vergleich relativ laxes Namensrecht. "Es gibt eigentlich nichts, was wir nicht genehmigen", sagt Sprachexperte Jan Ekengren vom Patent- und Registrierungsamt (PRV), wo alle Anträge auf Namensänderungen eingehen. In 98 Prozent aller Fälle werden sie genehmigt.

Kritisch wird es erst, wenn Namen Anstoß erregen, dem allgemeinen Sprachgebrauch zuwiderlaufen oder namensrechtlich geschützt sind. Den Rufen nach "Brunftgewieher" oder "Donadoni" konnte demnach nicht entsprochen werden.

Viele Schweden lassen sich bei der Namensfindung Zeit. Manchmal Wochen, bis gemeinsam mit dem PRV eine Lösung ausgetüftelt ist. "In letzter Zeit wollen immer mehr adelig klingen", sagt Sprachexperte Ekengren. "Ritterton" oder "Silberschweif": kein Problem. Der Spaß ist allerdings ein teurer. 180 Euro kostet der Antrag. Egal, ob er genehmigt oder abgelehnt wird.

Übrigens wird bei Eheschließungen auch in Schweden der Doppelname immer beliebter. Das Ehepaar Svensson-Johansson könnte dann schon bald "Mondtroll-Steuerbär" heißen.

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