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29.01.10

Winter in der Region

Januar-Wetter trifft Berlin besonders hart

Im Januar war es nirgends in Deutschland so kalt wie in Brandenburg. Und in Berlin schien bloß an drei Tagen die Sonne. Zudem machen die Wetterkapriolen den Autofahrern weiter zu schaffen: In NRW zählte die Polizei allein an einem Tag fast 700 Unfälle.

© dpa
In Brandenburg war es im Januar am kältesten

Berlin und Brandenburg hat es in diesem Jahr sowieso härter erwischt als alle anderen Bundesländer: Durchschnittlich war es an der Spree minus 5,1 Grad kalt. In Brandenburg lag der Wert mit minus 5,5 Grad noch tiefer. Damit war Brandenburg im Januar das Land mit den tiefesten Temperaturen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Der langjährige Januar-Mittelwert für die Hauptstadt beträgt minus 0,5 Grad, der für Brandenburg minus 0,8 Grad Celsius. Am südöstlichen Stadtrand von Berlin, in Kaniswall, wurden am Mittwoch minus 22,6 Grad Celsius gemessen. In Coschen südlich von Eisenhüttenstadt sank der Wert sogar auf minus 23,7 Grad Celsius.

Nach Angaben der Meteorologen war es im Januar in Berlin nicht nur viel kälter als sonst, sondern auch weniger sonnig. Mit 37 Sonnenstunden blieb die Stadt den Angaben zufolge deutlich unter dem langjährigen Durchschnittswert von 44 Stunden. In der Mark wurden 38 Stunden Sonnenschein registriert, Durchschnitt sind 42 Stunden. Auch an den noch verbleibenden drei Januar-Tagen muss in der Region weiter mit Frost, Eis und Schnee gerechnet werden.

Ein Ende des kalten Wetters ist nach Angaben der Wetterexperten noch nicht absehbar. In den nächsten Tagen soll es insgesamt wärmer bleiben, allerdings mit starken Schwankungen von tiefen Minusgraden bis knapp über Null Grad. Starke Witterungsumschwünge haben vor allem die Menschen in Berlin und Brandenburg bereits in den letzten Tagen zu spüren bekommen: Graupel prasselte im Stadtzentrum der Hauptstadt nieder. Grund sei der schlagartige Temperaturanstieg von eisigen Minus- auf Plusgrade gewesen, sagte Meteorologe Horst Rohner vom Deutschen Wetterdienst. "Das war eine typische Schauerlage. Da gefrieren unterkühlte Regentropfen in der Luft und kommen dann herunter."

Schnee, Eis und schlechte Sicht sind vor allem für Autofahrer eine gefährliche Kombination.Den Rekord der Unfallstatistik wegen Eisglätte hält aber wohl Nordrhein-Westfalen. Dort hat es wegen der Glätte fast 700 Mal allein am Donnerstag gekracht: Von 5.00 Uhr bis 20.00 Uhr zählte die Polizei 698 Unfälle, die auf das Wetter mit Sturm und Schnee auf den Straßen zurückzuführen waren. Ein Mensch kam ums Leben, 22 wurden schwer, 66 leicht verletzt. Der Gesamtschaden wird auf 2,2 Millionen Euro geschätzt.

Wegen Schneeglätte ist zudem ein Auto im Landkreis Würzburg (Bayern) auf Bahnschienen gerutscht und dort von einem Güterzug erfasst worden. Nach Angaben der Polizei konnte der Autofahrer noch rechtzeitig aussteigen. Der Mann sowie die Lokführer blieben unverletzt. Der Wagen wurde bei Gossmannsdorf 300 Meter weit mitgeschleift und ist nur noch Schrott.

In Niedersachsen hat die Polizei wegen extremer Glätte die Bundesstraße 51 zwischen Georgsmarienhütte und Bad Iburg bei Osnabrück gesperrt. Zahlreiche Lastwagen und Autos hätten sich quergestellt, sagte ein Polizeisprecher. Die Räumfahrzeuge seien nicht mehr durchgekommen. Auch in Osnabrück sei im Stadtteil Schinkel wegen der Straßenglätte eine Straße blockiert.

Das anhaltende Winterwetter verführt offenbar auch zu kriminellen Handlungen: Ein 29 Jahre alter Mann hat in Hagen (NRW) Streusalzdiebstahl im großen Stil begangen. Wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte, hatte sich der Mann auf dem Betriebsgelände der Deutschen Bahn als Mitarbeiter des Schienenunternehmens ausgegeben. Er sei zum Winterdienst eingeteilt und benötige daher Streusalz.

Trotz der Einwände von echten Bahnmitarbeitern lud der Mann mit einem Komplizen mehrere 25-Kilo-Säcke mit dem Salz in einen Leihwagen und fuhr davon. Eine Vorarbeiterin stellte später den Fehlbestand von insgesamt 50 Säcken fest und verständigte die Bundespolizei. Der bereits polizeibekannte 29-Jährige konnte ermittelt werden. Er legte inzwischen ein Teilgeständnis ab.

Quelle: dpa/AFP/kami
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