Caroline von Monaco sagt aus
Die "symbolischen" Ohrfeigen des Ernst August
Donnerstag, 25. Februar 2010 15:38 - Von Torsten ThissenUnd sie kam doch: Caroline von Monaco hat sich auf den Weg zum Landgericht in Hildesheim gemacht, um ihrem angeklagten Mann den Rücken zu stärken. Angesichts kürzlich aufgetauchter Badefotos ihres Mannes können die folgenden Aussagen wohl nicht als selbstverständlich gewertet werden.
Erst als die Fotografen den Saal 138 des Landgerichts Hildesheim verlassen haben, kommt Caroline von Monaco. Sie hatte sich für ihre Aussage Bedingungen ausgebeten.
Drei Meter Abstand sollten zwischen ihr und den Zuhörern zum Beispiel sein: Das hier ist keine normale Zeugenaussage in diesem nicht enden wollenden Prozess um eine Nacht vor zehn Jahren in Kenia mit einem Prinzen als Hauptdarsteller, der als nicht gerade pflegeleicht gilt.Das Medienaufgebot ist immens, wohl auch, weil kurz zuvor Fotos aufgetaucht waren, die Ernst August von Hannover mit einer anderen Frau zeigen, weil offen über ein Ende der Ehe des Welfen-Chefs und der Monegassin spekuliert wird. Im Vorfeld schwang das natürlich mit.
2004 bereits wurde ihr Mann, Ernst August von Hannover, für den Angriff auf den Nachtklubbesitzer Josef Brunlehner verurteilt. 178 Tagessätze, insgesamt 445.000 Euro, sollte Ernst August zahlen.
Ihr Mann sei „empört gewesen“, sagt Caroline heute. Wohl nicht so sehr über den Urteilsspruch, sondern eher über seinen damaligen Anwalt und ein nicht autorisiertes Geständnis. Ernst August ließ den Prozess wieder aufrollen. Vorher hätte man den Vorfall im Hause Hannover gar nicht so ernst genommen, sagt die Prinzessin. Es sei ja nur um zwei Ohrfeigen gegangen.
Brunlehner will von dem Prinz schwer verletzt worden sein, eingeprügelt habe der auf ihn, eine mehrwöchige Behandlung im Krankenhaus sei nötig gewesen, es gibt Fotos von seinen Verletzungen. Aber der Prinz räumte lediglich zwei Ohrfeigen ein, die er dem Mann verpasst habe. Seine Frau bestätigt das in Gänze.
„Man nannte sie dort nicht Königliche Hoheit?“, fragt sie der Anwalt ihres Mannes. – „Nein, ich werde dort Mama oder beim Vornamen genannt.“ – „Und Ihr Mann?“ – „Beim Vornamen.“
Wahrscheinlich sollen diese Fragen deutlich machen, in welchem Einklang mit der Bevölkerung man damals lebte. Ganz im Gegensatz zum Discobesitzer Brunlehner, der, wie Caroline sagt, mit seiner lauten Musik und seiner Lichtshow jedem dort auf die Nerven gefallen sei. Noch beim Abendessen hätten Caroline und Ernst August gemeinsam mit dem gastgebenden Hotelier-Ehepaar an einem Beschwerdeschreiben für die kenianischen Behörden gearbeitet, das Paar zog sich danach auf die Terrasse zurück, dann sei „Joe“ gekommen. Und ihr Mann wurde sehr wütend.
Nun sagt Caroline, monatelang hätten alle dort versucht mit ihm über die Belästigungen zu reden, doch er hätte sich verweigert. So habe ihr Mann Brunlehners Ankunft als Provokation empfunden.
„Ist ihr Mann allgemein aufbrausend?“, fragt der Richter. – „Er ist temperamentvoll, wie viele Männer.“ Ernst August sei schnell die Treppe zum Strand herunter gegangen und habe nach einem kurzen Wortwechsel Brunlehner zwei Ohrfeigen verpasst. „Eine für die Musik, eine für das Licht“, habe sie ihren Mann sagen hören. Zwei Schläge mit der offenen Hand seien das gewesen, sehr schnell, rechts links. „Die Schläge waren nicht sonderlich fest. Sie waren eher symbolisch.“Brunlehner sei danach auf den „hinteren Rücken“ gefallen habe sich umgedreht und sei in sein wartendes Boot geeilt: „Wenn er etwas bei den Schlägen in der Hand gehabt hätte, hätte ich es sicher gesehen“, sagt die Prinzessin.
Der Richter fragt, ob ihr Mann Ringe trage. Nie, antwortet Caroline, auch keinen Ehering, fügt sie auf Nachfrage hinzu.
Es geht um noch mehr Details, um Lichtverhältnisse, um weitere Beachboys, und, als sie nach den Einkommensverhältnissen ihre Mannes gefragt wird, um einen Tagessatz anzusetzen, antwortet Caroline, sie habe absolut keine Ahnung davon. Bis ins kleinste Detail stimmen ihre Aussagen mit den Stellungnahmen ihres Mannes überein, die Antworten kommen ohne Zögern.
Am Ende, bevor sie sich den hellbraunen Kaschmirmantel anzieht, fragt der Richter sie, ob sie denn einen Verdienstausfall geltend machen wolle. Die Prinzessin lächelt wohl zum ersten Mal und antwortet, sie verzichte. „Da hätte ich mir wohl einen anderen Beruf wählen müssen.“Erschienen am 13.01.2010
















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