Mord an "Outlaw"
"Hells Angel" schiebt Schuld auf Komplizen
Im Kaiserslauterer Prozess um den Mord an einem Rocker hat ein Angeklagter die Vorwürfe eingeräumt. Eine Mordabsicht bestritt der 42-Jährige. Er habe mit seinen Komplizen einem Mitglied der "Outlaws" bloß eine "Tracht Prügel" verpassen wollen. Dass die beiden den Mann töten würden, habe er nicht geahnt.
Von Marc Strehler
"Ich habe das nicht gewusst und nicht gewollt", sagte er. Der zweite Angeklagte schwieg zu den Vorwürfen. Die beiden Hells Angels sind unter anderem wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes angeklagt. Sie sollen im Juni den Regionalchef der "Outlaws" getötet haben.
Der 42-Jährige hat mit den "Hells Angels" gebrochen, bei denen er den Rang eines sogenannten Supporters (Unterstützers) hatte. Er stehe unter extremem Druck, sagte er vor Beginn seiner zweistündigen Aussage. Von dem Dutzend "Hells Angels" im Zuschauerraum erntete er dafür Gelächter. Der 42-Jährige fürchtet nach eigenen Angaben um sein Leben. Etwas pathetisch sagte er vor seiner Aussage: "Und wenn es das Letzte ist, was ich tue – ich werde das tun." Der 29 Jahre alte Angeklagte aus Mannheim, mit einem "Hells-Angels"-Kapuzenpulli gekleidet, starrte den 42-Jährigen während dessen Aussage an.
Der schob die Tat seinem Mitangeklagten und dem dritten, noch flüchtigen Tatverdächtigen, in die Schuhe. Mit einem gemieteten Auto hatte das Trio am 26. Juni an einem Outlaw-Treffpunkt gelauert und auf ein Opfer gewartet. Sie folgten mehreren Outlaws und warteten, bis einer von ihnen allein unterwegs war. Auf einer Landstraße bei Stetten bremsten sie den 45-jährigen Motorradfahrer aus.
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