Verbrechen
Viele Tote bei Amoklauf in finnischem Supermarkt
Tödlicher Amoklauf zu Silvester: In Finnland hat ein 34-jähriger Mann das komplette Magazin einer automatischen Pistole abgefeuert und mindestens vier Menschen getötet. Augenzeugen berichteten von Panik in der Elektroabteilung, wo der Amokschütze einen Angestellten mit zwei Kopfschüssen tötete.
In einem finnischen Supermarkt in Espoo vor den Toren von Helsinki hat ein Unbekannter drei Männer und eine Frau erschossen. Das bestätigte die Polizei. Augenzeugen berichteten, dass der in Schwarz gekleidete Täter das komplette Magazin einer automatischen Pistole abfeuerte und dann flüchtete. Unter Kunden und Angestellten brach Panik aus.
Die Behörden fahnden nach dem 1966 im Kosovo geborenen Ibrahim Shukpoli. Sie veröffentlichten ein Foto von dem Mann und baten die Bevölkerung um Hilfe. Wahrscheinlicher Hintergrund für den Amoklauf ist Eifersucht. Shukpoli war verurteilt worden, weil er seiner Ex- Frau misshandelt hatte. Er durfte sie nicht besuchen. Beamte fanden die Leiche der Frau am Donnerstag in deren Wohnung, als sie nach den Schüssen im Supermarkt nach dem mutmaßlichen Täter suchten.
Die Polizei riegelte das Einkaufszentrum "Sello", in dem der Supermarkt der "Prisma"-Kette liegt, ab und stoppte den Zugverkehr durch den nahe gelegenen Bahnhof Leppävaara. Augenzeugen berichteten von Panik in der Elektroabteilung, wo der Amokschütze einen Angestellten mit zwei Kopfschüssen tötete. Er feuerte dann in der Fleischabteilung weitere Schüsse ab, ehe er floh. Die Behörden setzten bei der Fahndung auch einen Hubschrauber ein.
Ein anderer Augenzeuge sagte, der Amokläufer habe in der zweiten Etage des Einkaufszentrums Sello plötzlich wahllos um sich geschossen. Es sei eine Panik ausgebrochen. "Viele Leute schrien, und viele Verkäufer waren völlig in Panik", sagte der Augenzeuge im Rundfunk. "Es sah so aus, als ob sie den Schützen nicht gefangen haben. Niemand wusste, was los war."
Das Einkaufszentrum Sello bezeichnet sich als eines der größten Skandinaviens mit mehr als 170 Läden. Es wurde 2005 eröffnet.
Die Stadt Espoo mit knapp 250.000 Einwohnern ist wegen der dort ansässigen Konzernzentrale des Handy-Herstellers Nokia auch international bekannt.
In Finnland hat es in den letzten Jahren mehrfach Amokläufe mit vielen Toten gegeben: In einer Berufsschule in Kauhajoki tötete ein Amokläufer im September 2008 acht Mitschülerinnen, einen Mitschüler und einen Lehrer. Der 22 Jahre alte Waffennarr erschoss sich danach selbst.
Ende 2007 hatte ein 18-jähriger Abiturient in einem Schulzentrum der Ortschaft Tuusula sechs Mitschüler, eine Krankenschwester und die Schulleiterin erschossen. Anschließend tötete er sich mit einem Kopfschuss.
2002 starben sieben Menschen, als ein Chemiestudent eine Bombe in einem Einkaufszentrum in Vantaa nördlich von Helsinki detonieren ließ. Der Täter kam dabei ums Leben. Nach dem letzten Amoklauf beschloss der Reichstag in Helsinki eine Verschärfung des Waffenrechts.
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