Papst-Angreiferin
Fan-Club der Täterin im Online-Netzwerk Facebook
Wenige Stunden nach dem Angriff auf den Papst während der Christmette hat sich auf Facebook ein Fan-Club der Täterin gebildet. Die Fan-Gemeinde stellte Parallelen zu der Gewaltattacke auf den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi her. Politiker debattieren über gesetzliche Neuregelung.
Nach dem Angriff auf den Papst während der Christmette hat sich im Online-Netzwerk Facebook rasch eine Fan-Gemeinde der 25-jährigen Italo-Schweizerin Susanna Maiolo gebildet. Bereits am ersten Tag trugen sich mehr als 150 Internet-Nutzer in den Susanna Maiolo Fans Club ein.
Darin wurde der Täterin beispielsweise ironisch der Titel einer "Olympia-Siegerin im Hürdenlauf" verliehen, weil sie die Absperrungen überwunden hatte, um sich dem Kirchenoberhaupt zu nähern. Auch private Filmmitschnitte des Angriffs, bei dem der 82-jährige Papst stürzte, aber keine Verletzungen erlitt, wurden ins Internet gestellt.
Die Fan-Gemeinde stellte auch Parallelen zu der Gewaltattacke auf den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi her, der am 13. Dezember in Mailand mit einer kleinen Nachbildung der dortigen Kathedrale schwer im Gesicht verletzt worden war.
Nach diesem Angriff war ebenfalls auf Facebook zu lesen, der Täter sei ein "moderner Held". Unter italienischen Politikern setzte nunmehr eine Debatte ein, ob derartige Beiträge im Internet unterbunden werden sollten. Der Minister für das Regierungsprogramm, Gianfranco Rotondi, sprach von "Dummheiten", die verurteilt und "gestoppt" werden müssten. Ein Senator aus Berlusconis Partei vertrat die Ansicht, ein Online-Netzwerk dürfe nicht dazu dienen, "Gewalt zu verherrlichen".
Die Frau sei "psychisch labil", aber 25-Jährige mit Schweizer und italienischer Staatsbürgerschaft, teilte der Vatikan mit. Sie sei nicht bewaffnet gewesen. Die Frau wurde zur psychologischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Dem Vatikan zufolge hatte die Frau habe bereits bei der Christmette im vergangenen Jahr versucht, die Absperrungen zu überwinden, um näher an den Papst heranzukommen.
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