Mario Barths Nachfolger
Thilo Sarrazin zum peinlichsten Berliner gekürt
Der frühere Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) ist vom Stadtmagazin "Tip" zum peinlichsten Berliner gekürt worden. Begründung: Die jüngste Tirade gegen dessen "Lieblings-Bashing-Opfer" wie Hartz IV-Empfänger, Türken und Araber. Sarrazin kam allerdings nur auf den ersten Platz, weil ein Comedian außer Konkurrenz lief.
Der heutige Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin ist in diesem Jahr auf Platz eins der Hitliste der "100 peinlichsten Berliner" gelandet. Der Ex-Senator hatte im Oktober in der Zeitschrift "Lettre International" unter anderem gesagt, viele Türken und Araber hätten in Berlin "keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel".
"Sarrazin offenbarte mit seiner Interviewtirade einmal mehr nicht nur seinen enormen elitären Dünkel. Er demonstriert auch, wie verzerrt sein Bild von Einwanderern ist", heißt es in der jüngsten Ausgabe des Stadtmagazins "Tip", das die Liste erstellte. Der einstige Berliner Finanzsenator sei ein "notorischer Zwangs-Provokateur" habe mit seiner Tiradeeinmal mehr seien "enorm elitären Dünkel" offenbart.
Auf den zweiten Platz in der Liste der peinlichsten Berliner setzte das Magazin den früheren S-Bahn-Geschäftsführer Produktion, Ulrich Thon, als Mitverantwortlichen für das Berliner S-Bahn-Chaos. "Es fährt ein Zug nach Nirgendwo sangen Schlagerfreunde noch bis Mitte diesen Jahres. Seither heißt es für S-Bahn-Kunden nur noch: Nirgendwo fährt mehr ein Zug", steht dazu in dem Heft.
Auf den dritten Rang kamen "Autoabfackler" wegen "massiver Hirnverbrennung". In Berlin wurden in diesem Jahr bei vermutlich politisch motivierten Brandanschlägen 290 Autos beschädigt.
Auf den Plätzen vier und fünf folgen der Manager des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Hertha BSC, Michael Preetz, und der Architekt des Humboldt-Forums, Franco Stella. An Berlins zuletzt viel gescholtenem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) haben die Magazinmacher offenbar nicht viel auszusetzen. Er kommt im Peinlichkeits-Ranking gerade mal auf Rang 96.
Eine Chance auf Aufnahme in die Top 100 hat nach Angaben des Magazins, wer "Fehlentscheidungen trifft, Unsinn erzählt, sich verrechnet oder hässliche Vorurteile schürt". Der Topplatzierte des vergangenen Jahres, Mario Barth, sei in diesem Jahr "außer Konkurrenz" gelaufen. Begründung: Barth sei der "Usain Bolt der Peinlichkeit" und für Normalsterbliche uneinholbar.
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