05.03.2013, 10:56

Japan 75-Jähriger 36 Mal von Kliniken abgelehnt – tot


Das japanische Gesundheitssystem hat im internationalen Vergleich eigentlichen einen guten Standard. Trotzdem warnen Experten vor Überlastung.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Das japanische Gesundheitssystem hat im internationalen Vergleich eigentlichen einen guten Standard. Trotzdem warnen Experten vor Überlastung. Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Ein Japaner litt unter schwerer Atemnot. Trotzdem wollte ihn kein Krankenhaus aufnehmen. Schließlich starb der 75-Jährige. Die Krankenhäuser rechtfertigten sich mit mangelnden Kapazitäten.

Nachdem er von Krankenhäusern 36 Mal abgewiesen wurde, ist ein 75 Jahre alter Japaner gestorben. Der Mann aus Kuki nördlich von Tokio habe wegen Atemproblemen einen Krankenwagen gerufen, erklärte ein Behördenvertreter. Die Sanitäter seien aber mit ihrem Patienten von allen 25 Kliniken der Umgebung abgewiesen worden – von einigen gar mehrfach.

Als Grund gaben die Krankenhäuser demnach an, nicht genügend Betten oder Ärzte zur Verfügung zu haben. Schließlich fuhr der Krankenwagen in eine 20 Minuten entfernte Klinik in einer benachbarten Präfektur. Der Mann starb jedoch kurz nach der Ankunft.

Das japanische Gesundheitssystem wird stark bezuschusst und weist im internationalen Vergleich eigentlich einen hohen Standard auf. Angesichts der alternden Bevölkerung und weniger jungen Arbeitskräften warnen Experten jedoch vor einer zunehmenden Überlastung der Mitarbeiter.

In Kuki wurden die Krankenhäuser nach dem Vorfall vom Januar aufgefordert, die Kapazitäten für Notaufnahmen aufzustocken.

(AFP/ohr)
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