Kriminalität
Vergewaltiger wird mit Rasterfahndung gesucht
Ein seit Jahren gesuchter Vergewaltiger von Schülerinnen in Halle, Berlin und Jena soll nach einem erfolglosen Massenspeicheltest nun per Rasterfahndung gefunden werden. Es werden laut Polizei alle Männer aus dem Großraum Halle überprüft, die etwa 30 bis 50 Jahre alt sind. DNA-Spuren seien vorhanden.
Mit einer großangelegten Rasterfahndung sucht die Polizei in Sachsen-Anhalt einen mutmaßlichen Sexualstraftäter, der sieben Schülerinnen vergewaltigt haben soll. Das Amtsgericht Halle habe auf Antrag der Staatsanwaltschaft der Rasterfahndung zugestimmt, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd der Nachrichtenagentur AP.
Nach Informationen von MDR Info handelt es sich bei der Rasterfahndung um einen bislang einmaligen Vorgang in der Geschichte des Landes. Zu diesem Mittel werde gegriffen, weil auch eine Massenspeichelprobe von 6.500 in Tatortnähe lebenden Männern ergebnislos geblieben sei.
Der Sender berichtete, die Rasterfahndung gelte für den Großraum Halle sowie für Jena, Borna und Berlin. Dagegen sagte ein Polizeisprecher in Halle am Nachmittag, zunächst beziehe sie sich nur auf den Großraum Halle. Hier werde nach einem Mann gesucht, der vermutlich zwischen 30 und 50 Jahre alt und 1,65 bis 1,85 Meter groß sei, mit mitteldeutschem Akzent spreche und kurze dunkle Haare mit ausgeprägten Geheimratsecken habe. Justizministerium und Staatsanwaltschaft waren am Sonntag zunächst nicht zu erreichen.
Ein Phantombild gebe es nicht, aber Spuren seiner DNA, die nach allen sieben Vergewaltigungsfällen sichergestellt worden seien. Den kriminaltechnischen Ermittlungen zufolge hat sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der gleiche Mann zwischen Januar 2002 und April 2008 an sieben Schulmädchen vergangen, denen er sich meist auf dem Weg nach Hause näherte. Laut MDR werden die Daten von Einwohnermeldeämtern und Rentenversicherung gerastert sowie die Daten aller Betriebe, die in der Nähe der Tatorte liegen.
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