26.02.13

Schein und Sein

Wie aus Andrea Sawatzki die britische Queen wird

Ein österreichischer Künstler zeigt Prominente der Gegenwart in prunkvollen Kleidern und Posen der Vergangenheit. Wie Schein und Sein sich dabei unterscheiden, sieht aber nur, wer genau hinschaut.

Foto: Josef Fischnaller 2013

Erkannt? Das ist Schauspielerin Andrea Sawatzki.

19 Bilder

Josef Fischnallers Fotos sehen auf den ersten Blick ziemlich verrückt aus. Die Sache ist: Auf den zweiten werden sie noch verrückter.

Der Österreicher fotografiert das Heute in das Gestern hinein oder das Gestern ins Heute. Er betrachtet alte Porträts bekannter Künstler, speichert sie im Kopf. Und dann fotografiert er Prominente und andere Bekannte der Gegenwart so, als wären sie damals die Hauptperson gewesen. Und oh Wunder: Plötzlich wird aus der deutschen Schauspielerin Andrea Sawatzki ("Tatort") die britische Queen Elizabeth I. oder aus Regisseur Stefan Ruzowitzky ("Die Fälscher") Heinrich VIII.

Fischnaller lässt die Leute ins Studio kommen und kleidet sie dort ein. Seine Frau ist Kostümbildnerin, das macht es einfacher.

Haare? Nein, Papiergirlanden, manchmal auch Spaghetti

Wer genauer hinschaut, kann noch mehr entdecken als das Offensichtliche. Was zum Beispiel an Sawatzkis Kleid wie Glitzerschmuck wirkt, sind Bonbons. Was aussieht wie eine aufwendig gestaltete Frisur, ist in der Tat aufwendig gestaltet, aber es ist keine Frisur. Es sind Papiergirlanden. Mit dem Material hat Sawatzki aber noch Glück gehabt. Für andere Porträts lässt der Künstler Spaghetti kochen und daraus die Frisuren basteln.

Die meiste Arbeit muss vor dem Shooting getan werden, die Vorbereitungen dauern manchmal Wochen. Später fügt Fischnaller digital noch einen Hintergrund ein, eine Straße zum Beispiel, die sich durch die Landschaft schlängelt. Oder er spielt ein bisschen am Kontrast herum.

Aber starke Zauberei, aufwendige Nachbesserungen per Fotosoftware, die gebe es bei ihm nicht, sagt Sophie Gerlach von der Berliner Galerie Friedmann-Hahn, wo Fischnallers Werke in den kommenden Wochen zu bestaunen sind. Die Idee hinter den Porträts ist ungewöhnlich. Dem Künstler würden einfach viele Gedanken durch den Kopf schwirren, sagt Gerlach. "Er hat Spaß am Zusammenfügen. Und ihn interessiert, was mit den Leuten passiert, wenn man sie in alte Kleider steckt."

Ausstellung Queens, Kings & other Friends bis 3. April 2013 in der Galerie Friedmann-Hahn, Wielandstraße 14, Berlin-Charlottenburg

Quelle: jds
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