26.02.13

Absturz

Ballon-Explosion in Luxor - Briten sprangen aus dem Korb

Über den Tempeln in Luxor ist ein Ballon mit Touristen an Bord explodiert. Er stürzte 300 Meter in die Tiefe, 19 Menschen sterben.

Foto: dpa
Luxor: Ein Heißluftballon mit Touristen ist in Ägypten über dem Tal der Könige abgestürzt, mehrere Menschen starben
Luxor: Ein Heißluftballon mit Touristen ist in Ägypten über dem Tal der Könige abgestürzt, mehrere Menschen starben

Der Absturz eines Heißluftballons hat 19 Menschen im ägyptischen Touristenort Luxor das Leben gekostet. 18 von ihnen starben sofort. Die meisten Opfer waren Touristen. Einer von drei Passagieren, die sich mit einem todesmutigen Sprung aus dem brennenden Ballon retten wollten, erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Ein gerissener Gasschlauch soll das Unglück am Dienstagmorgen verursacht haben. Das berichtete das Nachrichtenportal "Al-Ahram" unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Firma, bei der die Touristen den Ballonflug gebucht hatten.

Bei den Toten handelt es sich nach Angaben der Sicherheitsbehörden um neun chinesische Touristen, vier Japaner, zwei Franzosen, zwei Briten sowie einen Urlauber aus Ungarn. Auch eine ägyptische Reiseführerin war unter den Opfern. Die Behörden erließen für unbestimmte Zeit ein Verbot für Ballonfahrten in der Tempelstadt am Nil.

Der ägyptische Ballonführer und zwei britische Touristen sprangen, während der Ballon zu Boden taumelte, aus dem brennenden Korb. Sie wurden den Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge mit schweren Verletzungen in das Internationale Krankenhaus von Luxor gebracht, wo einer der beiden Briten später starb. Der Ballonführer erlitt Verbrennungen dritten Grades.

Schlauch platzte kurz vor der geplanten Landung

Der Mitarbeiter der Ballonflug-Firma sagte, der Schlauch sei kurz vor der geplanten Landung in einem Dorf westlich von Luxor gerissen. Die anschließende Explosion des Gastanks habe den Ballon erst in rasender Geschwindigkeit auf eine Höhe von 400 Metern aufsteigen lassen. Danach sei der obere Teil des Ballons zerplatzt. Der Korb mit den Touristen stürzte auf ein Zuckerrohrfeld neben der Ortschaft Al-Dhabaija im Bezirk Al-Kurna. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler hatte ein Seil den Schlauch, durch den das Gas strömte, beim Landemanöver beschädigt.

Luxor ist mit seinen Tempelanlagen und unterirdischen Gräbern aus der Pharaonenzeit ein Touristenmagnet. Exkursionen mit dem Heißluftballon sind sehr beliebt – allerdings gab es immer wieder schwere Unfälle. Im Frühjahr 2009 stürzte ein Ballon ab, 16 Touristen wurden verletzt. Im Februar 2008 stießen drei Heißluftballons zusammen. Damals erlitten sieben Insassen Verletzungen.

Unfall ist für Tourismusbranche eine Katastrophe

Für die ägyptische Tourismusbranche ist der Unfall nach den politischen Unruhen der vergangenen zwei Jahre eine weitere Katastrophe, die abschreckend auf ausländische Urlauber wirkt. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Touristen unter zehn Millionen. Im Boomjahr 2010 waren noch fast 15 Millionen Urlauber nach Ägypten gekommen. Auch in Luxor, das mit seinen Tempeln und Gräbern aus der Pharaonenzeit Hauptattraktion vieler Ägyptenreisen ist, sind die Folgen der Unruhen seit langem zu spüren.

Der Vorsitzende der Berufsvereinigung der Tourismusbranche in Luxor, Tarwat al-Adschmi, lässt seine Wut nach dem Ballonunglück an den Verantwortlichen des Ministeriums für Zivilluftfahrt aus. Deren lasche Kontrollen seien der Grund für das Unglück, sagt er.

Das gilt jedoch nicht nur für die Anbieter von Ballonfahrten, die immer wieder mit Unfällen in Verruf geraten. Vor einem Jahr sorgte ein Unfall mit einem Glasboot, das auch unter Wasser tauchen kann, für Schlagzeilen. Drei Deutsche fanden damals den Tod, als das Boot bei stürmischem Wetter leckschlug. Auch der leichtsinnige Fahrstil vieler ägyptischer Busfahrer ist häufig Ursache für Unfälle, bei denen Touristen ums Leben kommen.

Dass die beliebten Ballonfahrten über den Tempeln und Grabanlagen von Luxor riskant sind, hatte sich schon bei einem weniger folgenreichen Absturz im März 2009 gezeigt. Damals waren 16 Touristen verletzt worden, als ein Ballon gegen einen Strommast geprallt war. Die Fahrten mit dem Heißluftballon waren erst einmal verboten worden. Nach Verhandlungen zwischen Behörden und den Besitzern der acht Firmen, die in Luxor Ballonflüge anbieten, durften die Firmen den Betrieb jedoch wieder aufnehmen.

Quelle: AFP/dpa/AP/mim
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