25.02.13

Vorstellungsgespräch

So testet Heineken seine Praktikumsbewerber

Die Bierfirma Heineken hat bei der Suche nach einem Praktikanten ein etwas anderes Vorstellungsgespräch durchgeführt. Unter anderem wurde ein Feueralarm fingiert. Jetzt gibt's die Kampagne per Video.

Von Laura Waßermann

Ein Bewerbungsgespräch ist fast immer eine schweißtreibende Angelegenheit. Der Puls ist erhöht, ein Gefühl von Aufregung geht durch den ganzen Körper. Wenn alles gut läuft, hat das Zittern nach kurzer Zeit ein Ende und man kann mit seiner Persönlichkeit glänzen.

Was ist aber, wenn auf den Bewerber ganz unerwartete Dinge zukommen? Wie reagiert man etwa, wenn der Prüfer vom Stuhl fällt? Genau das hat sich das holländische Unternehmen Heineken gefragt bei der Ausschreibung der Praktikantenstelle.

Also haben sich die Mitarbeiter besondere Prüfungen ausgedacht und daraus am Ende ein Marketing-Video aufbereitet. "The Candidate" heißt die neue Kampagne von Heineken, die auf reges Interesse stößt und Gänsehaut.

Gefragt: Einfallsreichtum bei Widrigkeiten

Es handelte sich um ein zehnwöchiges Praktikum in der Event- und Sponsoren-Abteilung mit besonderem Fokus auf das Sponsoren-Programm der UEFA Champions League Tour. Mit 1734 Bewerbungen war die Stelle sehr begehrt und die Bier-Firma stellte sich die Frage, wie sie den richtigen für den Job finden.

"Anstatt die Praktikanten nach hypothetischen unternehmerischen Entscheidungen zu befragen, entschied sich Heineken, ihr Selbstvertrauen und Einfallsreichtum bei Widrigkeiten zu testen", erklärt die Pressesprecherin Marnie Kontovraki im Gespräch mit der "Welt". Und diese Widrigkeiten sind sehr amüsant – zumindest für den Zuschauer.

Zu Beginn des Interviews gibt es ein intensives Händeschütteln mit dem Personalchef. Gefolgt von dem Gang in sein Büro, aber Vorsicht: Hand in Hand. Wer bei dieser merkwürdigen Begegnung nicht sofort ins Schwitzen kommt ... Der Kandidat mit dem Namen J.D.G. konnte jedoch punkten. "Dadurch habe ich mich wohl gefühlt", antwortet er absolut souverän.

Die zweite Prüfung ist die Erste Hilfe-Leistung, wenn der Prüfer vom Stuhl kippt. Bei der mit Abstand lustigsten Disziplin konnte Kandidat Jasper Professionalität zeigen. Während eine Kandidaten nicht zögerte, über ihre Gehaltsvorstellung nachzudenken, als ihr potenzieller Chef noch am Boden lag, verhielt sich Jasper genau richtig. Er griff dem schwachen Mann unter die Arme und half ihm aus dem Büro raus. Besonders amüsant ist sein Blick, als sein möglicher Chef sagt, so etwas habe er das letzte Mal in der Disko erlebt.

Königsdisziplin Spontaneität

Die dritte Station gehört zur Königsdisziplin des spontanen Engagements. Ein Funken Mut darf aber auch nicht fehlen. Denn als das gesamte Unternehmen bei Feueralarm hinausgebeten wird, will augenscheinlich keiner den Feuerwehrmännern helfen. Außer ein junger Mann namens Guy. Er packte ohne zu zögern mit an und half, ein Sprungtuch zu spannen.

"Guys Einfallsreichtum, als er mit dem Feueralarm konfrontiert wurde, war sehr beeindruckend", schildert Kontovraki. Er sei sofort involviert gewesen, ohne daran zu denken, dass er eigentlich gerade im Bewerbungsgespräch steckt.

Heineken wählte also J.D.G, Jasper und Guy zu den drei besten Bewerbern. Auf ihrer Homepage konnte man anschließend für einen der drei abstimmen. Gewonnen hat der charmante Feuerwehr-Helfer Guy Luchting. Informiert wurde er darüber bei einem Champions League-Spiel, wo er seinen Namen auf der riesigen Anzeigetafel entdeckte.

Man sieht, das Bier-Unternehmen gibt sich große Mühe, ihre Aktion publik zu machen. Aber die Freude im Stadion war groß. "Ich wusste wirklich nicht, was während des Bewerbungsgesprächs passiert ist", äußert sich der Gewinner in einer Stellungnahme von Heineken. "Das war verrückt. Ich bin froh, dass ich genug gezeigt habe. [...] Das ist wirklich mein Traumjob."

Jetzt kann Guy zeigen, was er kann. Sein Job ist es, die Champions-League-Trophäe während der gesamten Welttournee bis zum Finale im Londoner Wembley-Stadion am 25. Mai zu begleiten. Ob sich das spezielle Bewerbungsverfahren für diese Aufgabe gelohnt hat? In jedem Fall hat Heineken kräftig die Marketing-Trommel gerührt. Unterhaltsam ist es auch noch dazu.

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