25.02.13

Vatikan

Papst Benedikt XVI. regelt Wahl seines Nachfolgers

Der Papst hat per Dekret ein Vorziehen des Konklaves zur Wahl seines Nachfolgers ermöglicht. Ein Kardinal wird nicht mehr mit abstimmen.

Foto: AFP

Ein historischer Tag in Rom: Papst Benedikt XVI. gibt seinen baldigen Rücktritt bekannt. Er sagte: "Ich habe euch zu diesem Konsistorium nicht nur wegen drei Heiligsprechungen zusammengerufen, sondern auch, um euch eine Entscheidung von großer Wichtigkeit für das Leben der Kirche mitzuteilen. ...

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Kurz vor seinem Rücktritt hat Papst Benedikt XVI. das Verfahren zur Wahl seines Nachfolgers beschleunigt. Das Konklave zur Wahl des neuen Papstes kann nun schon in der ersten März-Hälfte beginnen.

In Rom empfing das Kirchenoberhaupt am Montag zudem die Autoren mehrerer Geheimberichte zur "Vatileaks"-Affäre um gestohlene Dokumente und mutmaßliche Machenschaften im Vatikan.

Zudem nahm er den Rücktritt des britischen Kardinals Keith O'Brien an, dem "unangemessenes" Verhalten gegenüber jungen Priestern vorgeworfen wurde. O'Brien wird damit auch nicht mehr am Konklave teilnehmen.

Bis Ostern soll neuer Papst gewählt sein

Benedikt XVI. änderte die Regeln für die Wahlversammlung so, dass die Kardinäle jetzt auch schon vor dem 15. März zusammentreten können. Der Vatikan will so offenkundig sicherstellen, dass bis zu den Osterfeierlichkeiten ein neues Kirchenoberhaupt bestimmt ist.

Exkommuniziert werden soll nach dem Schreiben des Papstes, wer aus dem Umfeld der Helfer und Assistenten der Kardinäle während des Konklaves einen von Benedikt entworfenen Eid des Schweigens bricht.

Das Kardinalskollegium könne den Beginn der Papst-Wahl vorziehen, sofern alle Kardinäle in Rom anwesend seien, teilte der Vatikan am Montag in Rom mit, ohne einen möglichen Termin zu nennen. Das A

postolische Schreiben (Motu proprio) des Papstes legt es damit in die Hand der Kardinäle, das Konklave entgegen der bisherigen Frist bereits vor dem 15. März zu eröffnen. In Rom war seit Tagen spekuliert worden, diese Versammlung werde bereits am 10. oder 11. März beginnen.

Kardinäle müssen früher anreisen

Die eigentlich vorgesehene Frist von 15 bis 20 Tagen nach Beginn der Sedisvakanz ("leerer Stuhl Petri") bis zum Konklave soll den wahlberechtigten Kardinälen normalerweise Zeit geben, um aus aller Welt nach Rom zu reisen.

Da Benedikt seinen Rücktritt früh angekündigt hatte, können sich die voraussichtlich 116 teilnehmenden Kardinäle auf eine baldige Anreise einstellen. Benedikt hatte am 11. Februar völlig überraschend angekündigt, zum 28. Februar zurückzutreten.

Im Vatikan empfing er am Montag in einer Audienz die drei Autoren der Geheimberichte zur "Vatileaks"-Affäre um gestohlene Dokumente und mutmaßliche Machenschaften im Vatikan. Die Kardinalskommission hatte ihm zweimal umfangreiche Berichte über die Hintergründe von "Vatileaks" übergeben, den letzten kurz vor Weihnachten.

In Rom war spekuliert worden, Benedikt könnte die Informationen dem Kardinalskollegium vorlegen. Der Papst aber hat entschieden, dass die Untersuchung allein seinem Nachfolger zugänglich gemacht werden soll, teilte der Vatikan mit.

Kardinal Keith O'Brien zurückgetreten

Kurz zuvor war bekannt geworden worden, dass der ranghöchste Würdenträger der katholischen Kirche in Großbritannien, Kardinal Keith O'Brien, zurücktritt. Das teilte die katholische Kirche von Schottland am Montag mit.

Papst Benedikt XVI. habe das Rücktrittsgesuch bereits am 18. Februar angenommen, hieß es in der Mitteilung, die auf Berichte über "unangemessenes Verhalten" O'Briens im Umgang mit Glaubensbrüdern folgte. O'Brien selbst teilte mit, der Papst habe den Rücktritt O'Briens als Erzbischof von Edinburgh und Saint Andrews auf den 25. Februar festgesetzt.

Vorkommnisse vor 33 Jahren

O'Brien zählte bislang zu den Kardinälen, die an der Wahl eines neuen Papstes nach der Rücktrittsankündigung Papst Benedikts teilnehmen sollten. Er erklärte nun aber, er werde nicht an dem Konklave zur Papstwahl teilnehmen.

Mehrere Priester erhoben einem Zeitungsbericht zufolge schwere Vorwürfe gegen O'Brien. Dieser habe bei diversen nächtlichen Aktivitäten "unangemessenes Verhalten" an den Tag gelegt, berichtete die Sonntagszeitung "The Observer" über eine angebliche Beschwerde an den Vatikan. Demnach geht es um Vorkommnisse vor 33 Jahren, die drei amtierende und ein ehemaliger Priester gemeldet hätten.

Quelle: dpa/AFP/sei
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