24.02.13

Kuppelsendung

Warum der "Bachelor" keine Schmetterlinge spürte

Aufräumarbeiten nach dem "Bachelor". In der Spezialsendung "Nach der letzten Rose" ging es um Pornoskandälchen, Heiratsschwindel, mangelnde Schmetterlingsgefühle und um Schummelvorwürfe.

Foto: RTL

Für die letzte Etappe seiner Suche baut „Bachelor“ Jan auf besondere Unterstützung: Er hat seine Eltern Helga und Heinz nach Kapstadt eingeladen, um ihnen seine Favoritinnen Mona und Alissa vorzustellen.

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"Sind Jan und Alissa immer noch glücklich? Und wie ist es den anderen Ladys ergangen? Das ist heute unser Thema. Ich verspreche Ihnen viele Überraschungen!" Ach, Frauke Ludowig! Für diesen kläglichen Versuch, Spannung zu erzeugen, hätte die Moderatorin der "Bachelor-Spezialausgabe" wohl keine Rose verdient.

Die "Bild"-Zeitung hatte schließlich schon Tage zuvor berichtet, dass Jan, der für RTL auf Partnerinnensuche gegangen war, und "Siegerin" Alissa nach Drehschluss kein Paar geblieben waren. Wer nun die sparsamen Gesichter der beiden sah, und wie sie mit verräterischem Abstand zueinander mit der Moderatorin auf dem Sofa saßen, der wusste gleich: Das Boulevardblatt hatte Fakten, Fakten, Fakten geliefert.

Oder war die ganze Show nur Show? Auch das wurde thematisiert bei "der großen Aussprache", zu der Frauke Ludowig einige der ursprünglich 20 Teilnehmerinnen mal einzeln, mal grüppchenweise in einer rustikalen Wohnzimmerkulisse begrüßte. Zu den Schummelvorwürfen stellte die Münchnerin Sarah mit rollendem "r" fest: "Wir sind keine Schauspielerinnen, wir haben kein Drehbuch bekommen. Das ist alles Reality."

Die angenehm freche, alleinerziehende Mutter Sarah fühlte sich auch dazu berufen, eine Lanze für Kandidatin Melanie zu brechen, die mit ihrer Pornovergangenheit in die Schlagzeilen geraten war. Frauke Ludowig spielte übrigens die ganze Zeit dezent auf Themen wie diese an, indem sie mit entsprechenden Belegexemplaren der "Bild" herumwedelte.

Die platinblonde Melanie, findet also Sarah, "ist keine, die auf Mutter Teresa macht und hintenrum Pornoqueen ist. Sie steht dazu. Entweder mag man sie, oder man mag sie nicht. Melli ist ein cooler Typ. Die hat ein Herz. Auch, wenn deine Titten gerade heute ein bisschen weit ..." Sie unterbrach sich selbst. Bei der Korsage, mit der das Erotiksternchen seine Verkaufsargumente in Szene gesetzt hatte, rückte das gute Herz zumindest optisch etwas in den Hintergrund.

Ein falsches Spiel gespielt

Mit Frauke, "Melli" und Sarah saß auch die Kandidatin mit auf dem Sofa, von der bekannt geworden war, dass sie zum Start der "Bachelor"-Ausstrahlung im Januar bereits verheiratet war. Barbie-Verschnitt Nina beteuerte: Während der Dreharbeiten sei sie noch Single gewesen. Dem widersprach Mitstreiterin Nancy. Nina habe ein "falsches Spiel gespielt". "Sie wollte einmal ins Fernsehen! Du hast mir gesagt, du bist schon glücklich verliebt!"

Tatsächlich in den "Bachelor" Jan verliebt zu sein schien die Schweizerin Mona. Auch wenn es im Laufe der ursprünglich achtteiligen Show lange so ausgesehen hatte, als würde Jan Monas Gefühle erwidern, entschied sich der Junggeselle am Ende für Alissa. Bei Frauke Ludowig traf Mona nun das erste Mal, seit sie einen Korb bekommen hatte, wieder auf Jan.

Auch wenn ihr "Verletzungsgrad" danach das Thema war, so schien die brünette Publikumsfavoritin doch mittlerweile einigermaßen darüber hinweg zu sein. Während ein Zusammenschnitt ihrer gemeinsamen Erlebnisse eingespielt wurde, zeigte die Kamera auch, wie Jan und Mona gemeinsam darüber lachten und tuschelten.

"Er ist nach wie vor mein Traummann"

Doch auch jetzt musste Mona am Ende wieder gehen. Alissa nahm nun so von Jan distanziert auf dem Sofa Platz, wie man es in der Eingangsszene schon gesehen hatte. Als das "Best of" des Siegerpärchens gezeigt wurde, verdrückte Alissa einige Tränen. Die Erklärung folgte in einem weiteren Einspielfilm, der zeigte, wie sich Alissa auf den Weg zu Jan nach Bad Honnef machte. Drei Wochen zuvor hatten sich die beiden das letzte Mal gesehen. Sie freute sich auf ihn, denn: "Er ist nach wie vor mein Traummann."

Unmittelbar nachdem sie sein altes Forsthaus betreten hatte, schenkte er zunächst Tee aus und sagte: "Wir haben uns nicht häufig gesehen. Aber es war schön, wenn wir uns gesehen haben."

Dann schenkte er reinen Wein ein: "Ich glaube einfach, dass meine Gefühle nicht ausreichend sind." Er bekäme hier zu Hause "dieses Schmetterlingsgefühl, was da in Kapstadt war" nicht hin. Das reichte Alissa schon. Sie brach auf. "Jetzt weiß ich gar nicht, wie du darüber denkst!", protestierte Jan noch. "Das macht nichts", zischte die Abservierte. "Du hast uns die Chance nicht gegeben, uns weiter kennenzulernen."

Eiszeit auf dem Sofa

Nachdem diese Bilder gezeigt wurden, herrschte Eiszeit im Studio. Viel Erhellendes brachte das weitere Studiogespräch nicht. Keine Rede war von den Trennungsgründen, die zuvor zu lesen waren: dass Jan die Brüste von Alissa zu künstlich und Alissa die Kinder von Jan zu präsent fand.

Schließlich fiel der Moderatorin auch nicht mehr ein, als die Zuschauerinnen an den TV-Geräten dazu aufzurufen, sich als Kandidatin für die nächste Staffel zu bewerben. Wenn RTL dazu reichlich Zuschriften haben will: War dann diese Show, die so viele lange Gesichter zeigte, eine gute Reklame? Aber sicher doch! Die Sendereihe mag ein paar Liebesenttäuschte hervorgebracht haben.

Aber sie hatte auch etliche Mitspieler, die das Berufsziel verfolgen, ihre Gesichter in Kameras zu halten. Insofern war auch diese letzte Ausgabe der Beweis: Mitmachen lohnt sich! Man wird die eine oder andere Dame und auch den "Bachelor" Jan bestimmt im Medienzirkus wiedersehen. Sei es bei "Let's Dance", im "Dschungelcamp" oder aber im Werbespot für die neue Ausgabe der "Apotheken-Umschau".

Foto: RTL

Für Bachelor Jan und zehn Single-Ladies ging das Abenteuer in Südafrika in der vierten Folge weiter: Diesmal lud der Bachelor zum Gruppendate am Meer ein.

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