23.02.2013, 16:16

Verhütung Vatikan unterstützt deutsche Bischöfe bei "Pille danach"


In Deutschland akzeptieren die Bischöfe nun auch die „Pille danach“

Foto: pa

In Deutschland akzeptieren die Bischöfe nun auch die „Pille danach“ Foto: pa

Die deutschen Bischöfe akzeptieren Kardinal Meisners liberale Linie zur „Pille danach“. Der Vatikan sieht das schon seit 50 Jahren so.

Die zuständige vatikanische Fachabteilung hat die jüngste Entscheidung der deutschen Bischöfe zur Verhütungspille nach einer Vergewaltigung nun auch öffentlich unterstützt.

Der Präsident der "Päpstlichen Akademie für das Leben", Bischof Ignacio Carrasco de Paula, erklärte am Rande eines Kongresses seiner Akademie im Vatikan, die Linie von Kardinal Joachim Meisner und der deutschen Bischöfe in dieser Frage entspreche dem, was der Vatikan bereits seit 50 Jahren lehre. Allerdings sei diese Lehre offenbar vielfach falsch verstanden worden.

Verwirrung über richtige Begriffe

Der entscheidende Punkt sei, so Carrasco, dass laut Lehre der Kirche nach einer Vergewaltigung Mittel erlaubt sind, die eine Befruchtung der Eizelle verhindern. Mittel, die den Tod einer befruchteten Eizelle oder eines Embryos herbeiführen, seien hingegen moralisch nicht gestattet. Durch den ungenauen Sprachgebrauch, der zwei ganz unterschiedliche Präparate unter dem Oberbegriff "Pille danach" zusammenfasse, sei es zur Verwirrung gekommen.

Carrasco betonte, die Kirche akzeptiere Mittel zur Empfängnisverhütung auch weiterhin nicht als Mittel der ehelichen Familienplanung, weil die Ehe offen sein solle für die Weitergabe des Lebens. Eine mit Gewalt aufgezwungene sexuelle Vereinigung könne jedoch nicht als ein für das Leben offener Akt verstanden werden. Katholische Krankenhäuser verabreichten empfängnisverhütende Mittel daher bereits seit 50 Jahren, als es im Kongokrieg zu massenhaften Vergewaltigungen kam.

(KNA/oje)
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