23.02.13

USA

Lecks in mehreren Behältern mit Atommüll entdeckt

In den USA dringt aus einer Lagerstätte für Atommüll radioaktiver Abfall in die Umwelt. Gleich sechs unterirdische Tanks im US-Bundesstaat Washington weisen nach Angaben von Behörden Lecks auf.

Foto: AP/dpa

Mitarbeiter des Lagers „Hanford Nuclear Reservation“ untersuchen das Leck
Mitarbeiter des Lagers "Hanford Nuclear Reservation" untersuchen das Leck

Im Atommülllager von Hanford im US-Bundesstaat Washington sind Lecks an sechs unterirdischen Behältern entdeckt worden. Es bestehe aber keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung, erklärte der Gouverneur des Bundesstaats, Jay Inslee.

Trotz allem sei dies eine "beunruhigende Nachricht" für alle Einwohner des Bundesstaats, sagte Inslee nach einem Treffen mit Energieminister Steven Chu in Washington. So werfe die Entdeckung der Lecks in dem der "Hanford Nuclear Reservation" die Frage auf, wie sicher die fast 150 weiteren Behälter seien, in denen radioaktiver Müll lagere.

Das Energieministerium bestätigte die undichten Stellen an den Behältern und erklärte, mit den Behörden des Bundestaats sowie "anderen Partnern" zusammenzuarbeiten, um das Problem in den Griff zu bekommen. Eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit bestehe indes nicht, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Die Agentur Reuters berichtete jedoch, dass mehrere hundert Liter auch in einen unterirdischen Fluss der Region geflossen sein könnten.

Noch aus Zeiten des Manhattan-Projekts

Die US-Armee produzierte früher in der Anlage in Hanford, rund 300 Kilometer südöstlich von Seattle, Plutonium für Atombomben. Heute lagern dort Unmengen an Nuklearabfällen.

Die US-Regierung schuf den Nuklearkomplex in den 1940er Jahren als Teil des streng geheimen Manhattan-Projekts zum Bau der Atombombe. Jährlich wendet sie zwei Milliarden Dollar für die Sanierung der Hanford-Anlagen auf – das ist ein Drittel des nationalen Budgets dafür.

Die Sanierung wird vermutlich Jahrzehnte dauern. Zentraler Bestandteil ist der Bau einer Anlage, die flüssigen Atommüll in eine glasartige Masse für eine sichere Lagerung umwandeln soll. Ihre Kosten sind auf 12,3 Milliarden Dollar veranschlagt – die Bauarbeiten sind hinter dem Zeitplan und die Kosten schon um Milliarden darüber gestiegen.

Quelle: AFP/AP/Reuters/kami
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