23.02.13

Hongkong

Wenn eine ganze Familie wie im Käfig wohnt

Rund 100.000 Menschen leben in Hongkong in Käfigwohnungen. Die Society for Community Organization hat die Wohnungen jetzt von der Decke aus fotografiert, um die Regierung wachzurütteln.

Von Laura Waßermann
Foto: SoCO/Benny Lam

100.000 Menschen in Hongkong leben in Wohnungen, die wie Käfige wirken.

8 Bilder

Die Wohnsituation in Hongkong ist ein echtes Problem, vor allem für arme Menschen: Weil ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum herrscht, leben rund 100.000 Menschen in Behausungen, die eher als Käfige bezeichnet werden könnten.

Um auf die dramatische Lage aufmerksam zu machen, hat die chinesische Hilfsorganisation Society for Community Organization (SoCO) jetzt eine außergewöhnliche Kampagne gestartet: Die Mitarbeiter waren in den Wohnungen vor Ort und haben Fotos von oben gemacht.

Das kleinste Appartement, das die Fotografen dokumentierten, maß acht Quadratmeter. Trotzdem schlafen, essen und waschen sich die Menschen, manchmal sogar ganze Familien mit mehreren Kindern, in der Ein-Zimmer-Wohnung. Für viele Europäer sind das unvorstellbare Zustände.

Hinter dem Wohlstand lauert extreme Armut

"Durch diese Fotos haben wir die Probleme der unzureichenden Wohnverhältnisse aufgedeckt und wollen Öffentlichkeit sowie Regierung aufrütteln", sagte Ho Hei-Wah, Direktor der SoCO. Die Organisation kämpft seit vielen Jahren gegen die Zustände in Hongkong. So eine Kampagne wie diese hat es bisher nicht gegeben.

"Hongkong gilt als eine der reichsten Städte der Welt, jedoch lauert hinter diesem Wohlstand auch extreme Armut", teilte Hei-Wah weiter mit. Diese Armut ist auf den Bildern jedenfalls zu erkennen. Die Töpfe stapeln sich, das Bett nimmt den halben Raum ein. Viele Bewohner versuchen von dem Raum jeden Millimeter zu nutzen so gut es geht. Sie stellen Stockbetten auf, und die Regale reichen bis zur Decke. Doch meist gibt es noch nicht mal Licht im Zimmer.

Laut Medienberichten der vergangenen Jahre liegt der Mietpreis für eine Käfigwohnung bei rund 1000 bis 1500 Hongkong-Dollar, das sind umgerechnet etwa 100 bis 150 Euro. "Manchmal müssen die Menschen Jahre auf eine Mietwohnung warten, weil es davon nur sehr wenige in Hongkong gibt", erklärt Ho Hei-Wah.

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