22.02.13

Amazon-Skandal

Top-Manager fürchten um Ruf der Versandbranche

Die Berichte über die schlechte Behandlung von Leiharbeitern bei Amazon haben nach Ansicht vieler Manager dem Ruf der Branche geschadet. Die Unternehmen hätten "jedes Augenmaß verloren".

Foto: Infografik Die Welt

Viele Manager kritisieren den Umgang mit Leiharbeit
Viele Manager kritisieren den Umgang mit Leiharbeit

Führende Manager und Ökonomen glauben, dass die Versandbranche wegen des Einsatzes von Zeitarbeit zu Recht in Verruf gerät. Das ist das Ergebnis des aktuellen "Leaders Parliament", einer Umfrage von "Welt" und der Unternehemnsberatung Roland Berger Strategy Consultants unter Führungskräften der Wirtschaft.

Gut 63 Prozent der Teilnehmer glauben, dass die Versandfirmen selbst verantwortlich sind für das schlechte Bild in der Öffentlichkeit. Weniger als ein Drittel der Befragten, nämlich 30,2 Prozent, halten allerdings die herrschenden Zustände in der Versandbranche nicht für fragwürdig.

Unter den Kritikern der Online-Händer sind sehr viele, die große Fehlleistungen bei den Unternehmen sehen, die Zeitarbeiter einsetzen. "Einige Unternehmen haben im Umgang mit Zeitarbeitern jedes Augenmaß verloren": Dieser Aussage stimmen fast 46 Prozent der Befragten zu – ein hoher Wert.

Zeitarbeit zunehmend kritisch gesehen

Offensichtlich sehen die Wirtschaftseliten die Rolle der Zeitarbeit zunehmend kritisch. Nach der Ausstrahlung der ARD-Dokumentation "Ausgeliefert", in der über die schlechte Behandlung von Leiharbeitern bei Amazon berichtet wurde, werden die Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeit öffentlich verstärkt diskutiert.

So fordern denn auch etwas mehr als 17 Prozent der Befragten, die Diskussion um Leiharbeit bei Amazon zu nutzen, um einen Tarifvertrag für die betroffenen Bereiche durchzusetzen. Solche Tarifvereinbarungen werden bereits seit langem gefordert.

Seit längerem wird vor allem von Gewerkschaften kritisiert, dass Unternehmen Zeitarbeiter vor allem aus Kostengründen einsetzten und nicht, um Produktionsspitzen abzufedern oder kurzfristigen Arbeitskräftebedarf zu decken.

Kehrseite von Online-Schnäppchen

Vor allem bei Angestellten mit geringer Bezahlung unterscheiden sich die Löhne für Stammbelegschaften und Zeitarbeiter stark; Unterschiede von 40 Prozent sind keine Seltenheit. Seit dem 1. November des vergangenen Jahres haben zwar viele Branchen Tarifverträge, die vorsehen, dass die Löhne der Zeitarbeiter mit ihrer Einsatzdauer steigen. Trotzdem verlangen die Gewerkschaften strengere Regeln für mehr Branchen.

Immerhin 12,5 Prozent der Umfrage-Teilnehmer halten die Kritik an der Zeitarbeit allerdings für verfehlt. Sie glauben, dass Amazon und andere Unternehmen reguläre Vollzeit-Stellen mit ordentlichen Löhnen schaffen. Und fast 18 Prozent verweisen darauf, dass Kritik nicht angebracht sei, weil die Arbeitsbedingungen, die in der ARD-Sendung öffentlich gemacht wurden, schlicht die Kehrseite von Online-Schnäppchen und kurzen Lieferfristen seien.

Quelle: DW
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