22.02.2013, 15:26

Entscheidung Pistorius kommt trotz Mordverdachts zunächst frei


Oscar Pistorius wird gegen Kaution freigelassen

Foto: MIKE HUTCHINGS / REUTERS

Oscar Pistorius wird gegen Kaution freigelassen Foto: MIKE HUTCHINGS / REUTERS

Das Gericht im südafrikanischen Pretoria folgt in seiner Entscheidung der Verteidigung, die auf Anklage wegen fahrlässiger Tötung plädierte.

Der unter Mordverdacht stehende Paralympics-Star Oscar Pistorius (26) wird gegen eine Kaution von einer Million Rand (ca. 85.600 Euro) zunächst freigelassen. Dies entschied das Magistratsgericht in Pretoria am Freitag. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den südafrikanischen Sprinter des Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp (29). Das Gericht folgte jedoch in seiner Entscheidung der Verteidigung, die auf eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung plädierte.

Pistorius muss mehrere Auflagen einhalten. Unter anderem ist es ihm bis zum Prozess nicht erlaubt, Alkohol zu trinken. Außerdem muss er seine Waffen aushändigen.

Anklagebehörde und Polizei hatten sich entschieden gegen eine Freilassung von Pistorius gegen Kaution ausgesprochen. Es bestehe angesichts seiner Auslandskonten und eines Domizils in Italien Fluchtgefahr. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den beinamputierten Profisportler, am Donnerstag vergangener Woche seine Freundin "vorsätzlich" ermordet zu haben.

Pistorius sagt, er habe seine Freundin aus Versehen erschossen, weil er glaubte, im Badezimmer befinde sich ein Einbrecher. In einem Kreuzverhör des Pistorius-Anwalts Barry Roux musste der leitende Ermittlungsbeamte der Polizei, Hilton Botha, zugeben, dass am Tatort keine Belege dafür gefunden worden seien, die den Darstellungen von Pistorius widersprechen. Die Verteidigung kritisierte scharf angebliche Ermittlungsmängel der Polizei.

(dpa/oje)
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter