22.02.2013, 13:27

Südkorea Polizei schnappt Millionen-Betrüger trotz Gesichts-OP


Nach einem Hinweis zweier Komplizen schnappten die südkoreanischen Beamten den Dieb in Seoul

Foto: Peter Steffen / picture-alliance/ dpa

Nach einem Hinweis zweier Komplizen schnappten die südkoreanischen Beamten den Dieb in Seoul Foto: Peter Steffen / picture-alliance/ dpa

Ein Buchhalter unterschlug erst Millionen und feierte dann mit neuem Gesicht im Seouler Viertel Gangnam. Die Polizei schnappte ihn trotzdem.

Ein spektakulärer Kriminalfall beschäftigt derzeit Südkorea: Umgerechnet 3,28 Millionen Euro unterschlug ein 33-jähriger Buchhalter in seiner Firma – und unterzog sich sogar mehreren Gesichts-OPs, um nicht geschnappt zu werden.

Nach Polizeiangaben vom Freitag nutzte er seine leitende Funktion, um das Geld auf geheime Konten zu transferieren. Anfang Januar täuschte er dann einen Notfall in der Familie vor, verließ die Firma und hob einen Großteil des Geldes ab. Damit vergnügte er sich anschließend in sogenannten Hostessenbars und kaufte sich einen Mercedes.

Um nicht geschnappt zu werden, unterzog sich der 33-Jährige mehreren Gesichts-OPs. Mit seinem neuen Aussehen kehrte er dann ins schicke Viertel Gangnam in der Hauptstadt Seoul zurück, das durch den Song von Rapper Psy weltberühmt wurde, um dort erneut seinen Vergnügungen nachzugehen.

Ein völlig anderer Mensch durch OPs an Nase und Augen

Auch seine neue Erscheinung bewahrte den Mann jedoch nicht vor der Festnahme: Nach einem Hinweis zweier Komplizen schlugen die Beamten am Mittwoch zu. Der Buchhalter sei ein "völlig anderer Mensch" gewesen, sagte eine Polizeisprecherin. Durch Eingriffe an Nase und Augen habe sich sein Gesicht "dramatisch verändert".

In Spanien hatte sich 2007 ein ähnlicher Fall ereignet. Nach zweieinhalb Monaten auf der Flucht nahm die Polizei den französischen Gangster Pascal Payet fest. Der unter anderem wegen Mordes zu 30 Jahren Gefängnis verurteilte Payet war Mitte Juli unter spektakulären Umständen mit einem Hubschrauber aus dem Gefängnis im südfranzösischen Grasse getürmt. Seither wurde mit europäischem Haftbefehl nach ihm gefahndet.

Payet war von den Fahndern nur schwer zu erkennen gewesen, da er sich in Südfrankreich einer Gesichtsoperation unterzogen hatte. Der aus Marseille stammende Mann war wegen Mordes an einem Geldboten zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Bereits 2001 war er ebenfalls in einem Hubschrauber aus einem Gefängnis im südostfranzösischen Luynes geflohen. 2003 organisierte er aus dem Untergrund die Befreiung von drei Komplizen aus dem Knast von Luynes - ebenfalls mit dem Hubschrauber.

(BM/AFP)
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