22.02.2013, 12:37

Vatikan Trat der Papst wegen Schwulen-Netzwerk zurück?


Der Kammerdiener von Papst Benedikt XVI., Paolo Gabriele, sitzt am 23.05.2012 vor Papst Benedikt XVI in Rom im Papamobil. Papst Benedikt XVI. ist einem Bericht der römischen «La Repubblica» zufolge wegen des Ausmaßes der «Vatileaks»-Affäre um gestohlene Dokumente, Sex und Korruption im Vatikan zurückgetreten.

Foto: Ettore Ferrari / dpa

Der Kammerdiener von Papst Benedikt XVI., Paolo Gabriele, sitzt am 23.05.2012 vor Papst Benedikt XVI in Rom im Papamobil. Papst Benedikt XVI. ist einem Bericht der römischen «La Repubblica» zufolge wegen des Ausmaßes der «Vatileaks»-Affäre um gestohlene Dokumente, Sex und Korruption im Vatikan zurückgetreten. Foto: Ettore Ferrari / dpa

Über den Grund von Benedikts Rücktritt gibt es wilde Spekulationen. Angeblich soll ein geheimer Schwulenbund dahinter stecken.

Der Rücktritt Papst Benedikts XVI. könnte nach Presseangaben mit einem geheimen Schwulen-Netzwerk im Vatikan zu tun haben. Die italienische Zeitung "La Repubblica" schrieb am Donnerstag, Kardinäle in dem Netzwerk seien wegen ihrer "sexuellen Orientierung" durch Laien erpressbar gewesen.

Die Zeitung bezieht sich auf einen 300-seitigen Geheimbericht zur sogenannten Vatileaks-Affäre, den drei Kardinäle am 17. Dezember dem Papst vorlegten. Einer von ihnen, Kardinal Julián Herranz aus Spanien, habe gegenüber Benedikt XVI. bereits am 9. Oktober das Wort "Homosexualität" geäußert.

Betroffene Kardinäle verweigern Interviews

Vatikansprecher Federico Lombardi teilte mit, dass es derzeit zu entsprechenden Berichten weder "Dementis noch Kommentare noch Bestätigungen" gebe. Außerdem gäben die drei Kardinäle keine Interviews. In der Vatileaks-Affäre waren geheime Dokumente des Papsts kopiert und aus dem Vatikan geschmuggelt worden. Sein Kammerdiener Paolo Gabriele wurde deswegen im Oktober zu 18 Monaten Haft verurteilt und später von Benedikt XVI. begnadigt.

Bis zum Rücktritt des Papsts am kommenden Donnerstag ist damit zu rechnen, dass in den Medien weiter über die Beweggründe des 85-jährigen Oberhaupts der katholischen Kirche spekuliert wird. Offiziell tritt Benedikt zurück, weil er sich dem Amt aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr gewachsen fühlt.

Zwischen Paprika und Rosen in der Rente

Wenn Papst Benedikt XVI. sein Amt zum Monatsende niederlegt, winkt ihm ein Rentnerdasein in klösterlicher Ruhe. Er wird sich in das Klausurkloster Mater Ecclesiae zurückziehen, das sich innerhalb der vatikanischen Gemäuer befindet. Damit tritt die ungewöhnliche Situation ein, dass ein neuer Papst und sein Vorgänger zeitgleich im Vatikan leben.

Für den scheidenden Papst, der in seiner knapp achtjährigen Amtszeit stets größten Wert auf regelmäßige Spaziergänge in den vatikanischen Gärten legte, dürfte das von Blumenrabatten und Gemüsebeeten umgebene Gebäude der ideale Ort sein, um den Lebensabend zu verbringen. Dort blühen unter anderem zwei seltene Rosenarten – die rosafarbene Beatrice d'Este und die weiße Giovanni Paolo II. An Lebensmitteln liefern die Gärten etwa Paprika, Zucchini und Kohl. An den Bäumen des Gartens wachsen außerdem Zitronen und Orangen.

Ob er jedoch "von der Welt zurückgezogen" leben wird können, ist eine andere Frage. Vermutlich wird sich Benedikt auch noch in seinem Ruhestand mit der Vatileaks-Affäre, schwulen Geheimbünden und korrupten Kardinälen herumschlagen müssen.

(AFP/oje)
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