21.02.2013, 08:47

Südafrika Fall Pistorius - Chefermittler selbst unter Verdacht


Detective Hilton Botha im Zwielicht

Foto: STEPHANE DE SAKUTIN / AFP

Ermittler Botha hat sich entschieden gegen Pistorius’ Freilassung ausgesprochen. Doch nun wird gegen ihn wegen versuchten Mordes ermittelt.

Der leitende Polizeiermittler im Mordfall des Paralympics-Stars Oscar Pistorius steht selbst unter dem Verdacht des versuchten Mordes. Die Polizei in Pretoria bestätigte am Donnerstag, dass gegen Hilton Botha wegen siebenfachen versuchten Mordes ermittelt werde. Zwar sei der Fall aus dem Jahr 2011 zwischenzeitlich fallengelassen worden, er werde nun aber wieder aufgenommen. Dabei geht es um einen Vorfall 2009, als der Polizeioffizier auf einen Kleinbus mit sieben Insassen schoss, um ihn am Weiterfahren zu hindern.

Botha reagierte überrascht auf die Wiederaufnahme des Falles. "Ich verstehe nicht, warum der Fall wieder aufgenommen wurde. Ich kann mit nur vorstellen, dass es etwas mit meiner Arbeit (im Fall) Oscar Pistorius zu tun hat", sagte Botha am Donnerstagmorgen dem Fernsehsender eNCA. Polizeisprecher Neville Malila sagte, Botha habe damals versucht, einen Kleinbus aufzuhalten und habe schließlich einige Schüsse abgefeuert.

Entschieden gegen Pistorius' Freilassung

Botha spielte am Mittwoch, dem zweiten Tag der Gerichtsanhörung im Fall Pistorius, eine zentrale Rolle. Vor dem Magistratsgericht in der südafrikanischen Hauptstadt wandte er sich wie die Staatsanwaltschaft entschieden gegen eine Freilassung von Pistorius auf Kaution. Es bestehe Fluchtgefahr, meinte er.

Der beinamputierte Profisportler wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, am Donnerstag vergangener Woche seine Freundin Reeva Steenkamp (29) vorsätzlich ermordet zu haben. Der 26-Jährige sagt, er habe seine Freundin aus Versehen erschossen, weil er glaubte, im Badezimmer befände sich ein Einbrecher.

(dpa/ap)
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