19.02.13

Andreas Schmidt-Schaller

Stasi-IM - TV-Kommissar bittet um Verzeihung

Schauspieler Andreas Schmidt-Schaller hat mit der DDR-Staatssicherheit zusammengearbeitet. Er hofft, dass ihm Zuschauer und Kollegen verzeihen.

Foto: dpa

„Soko Leipzig“-Kommissar Andreas Schmidt-Schaller
"Soko Leipzig"-Kommissar Andreas Schmidt-Schaller

Der Schauspieler Andreas Schmidt-Schaller war offenbar Inoffizieller Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit. Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, soll Schmidt-Schaller unter dem Decknamen IM "Jochen" der Stasi über die Theaterschule in Leipzig und das Theater Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, berichtet haben. Das gehe aus Dokumenten der Stasi-Unterlagenbehörde hervor, die der Zeitung vorliegen.

Als 18-Jähriger unterschrieb Schmidt-Schaller demnach am 28. November 1963 in Gera eine handschriftliche Schweigeerklärung. Damals nutzte die Stasi ein Zimmer in der Wohnung seiner Mutter für konspirative Zwecke. 1967 verpflichtete er sich dann dem Bericht zufolge beim Staatssicherheitsdienst als IM.

In der "Bild"-Zeitung gab der Schauspieler eine Zusammenarbeit zu. Er hätte damals ablehnen sollen, "aber dazu war ich nicht in der Lage", sagte der 67-Jährige. "Ich dachte damals wirklich, ich bin auf der richtigen Seite. Ich hielt die DDR für das bessere Land. Hinzu kam die Angst, dass meine Mutter die Arbeit verliert, wenn ich nicht mitmache."

Als die Stasi verlangt habe, persönliche Dinge über seine Kollegen zu berichten, habe Schmidt-Schaller die Zusammenarbeit beendet, berichtete "Bild". Einer Aktennotiz der Stasi zufolge habe es seit 1971 keine Verbindung mehr gegeben. Schmidt-Schaller sagte: "Es ist schwer für mich, nach so vielen Jahren darüber zu reden. Aber es hat etwas Reinigendes." Er hoffe, Zuschauer und Kollegen könnten ihm verzeihen.

Schmidt-Schaller ist unter anderem als Hauptkommissar Hajo Trautzschke aus der ZDF-Krimiserie "Soko Leipzig" bekannt. Zu DDR-Zeiten spielte er unter anderem im "Polizeiruf 110".

Quelle: AFP/sei
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