18.02.13

Country-Sängerin

Das tragische Ende der Mindy McCready

Die Country-Sängerin Mindy McCready ist tot. Die 37-Jährige hatte mit Drogenproblemen und Schicksalsschlägen zu kämpfen. Vermutlich hat sie ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt.

Von Chris Talbott und Jeannie Nuss
Foto: AP

Der US-Country-Star Mindy McCready hat sich erschossen. Sie war 37 Jahre alt.

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Ihre Karriere begann vor zwei Jahrzehnten in Nashville, als erste Arbeitsprobe brachte sie eine Sammlung von Karaoke-Songs mit. Schon bald danach landete Melinda Gayle McCready ihren ersten großen Hit. Mit "Guys Do It All the Time" attackierte sie männlichen Chauvinismus.

Danach aber geriet Mindy, wie sie kurz genannt wurde, auf eine schwierige Wegstrecke. Am Sonntag wurde sie in der Ortschaft Heber Strings im US-Staat Arkansas tot aufgefunden, mit einer Schusswunde am Kopf. Die Verletzung habe sie sich offenkundig selbst zugefügt, teilte das Sheriff-Büro des Bezirks Cleburne mit.

Die Karriere von McCready, die vor allem in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre in den amerikanischen Country-Music-Charts größere Erfolge feierte, war zuletzt von persönlichen Problemen überschattet worden. In diesem Monat hatte sich die Sängerin auf gerichtliche Anordnung hin in eine Entzugsklinik begeben, nachdem ihr Vater vor Gericht ausgesagt hatte, dass sie sich weder um sich noch um ihre Kinder kümmere und dass sie von Drogen und Alkohol abhängig sei.

Tod des Lebensgefährten

Im Januar war David Wilson gestorben, der langjährige Freund McCreadys und Vater des jüngeren Sohnes. Wilsons Leichnam wurde auf derselben Veranda gefunden wie nun McCreadys, auch sein Tod wurde als Selbstmord eingestuft.

Der Tod ihres "Seelengefährten", wie sie ihn nannte, setzte McCready schwer zu. Etwas so Schmerzvolles wie seinen Tod habe sie noch nicht erlebt, erklärte sie in einem Fernsehinterview. "Ich versuche mir einzureden, dass mein Charakter wächst, je mehr ich leide", so McCready.

McCready kam 1994 als 19-Jährige nach Nashville und erhielt dort einen Plattenvertrag bei BNA Records. Ihre Single "Guys Do It All The Time" kletterte 1996 bis auf Platz eins der Country-Music-Charts. Mit "Ten Thousand Angels" landete sie ebenfalls in den Top Ten, das gleichnamige Album wurde zwei Millionen Mal verkauft.

Streit um den Sohn

In den 15 folgenden Jahren begannen ihr dann aber persönliche Probleme zuzusetzen. So lieferte sie sich mit ihrer Mutter einen Sorgerechtsstreit um ihren älteren Sohn Zander. 2011 nahm McCready ihrer Mutter Zander ohne Erlaubnis wieder weg – aus Angst vor Kindsmissbrauch, wie sie erklärte. Ihr zweiter Sohn Zayne wurde im April 2012 geboren.

2010 kam McCready schließlich nach einer Überdosis ins Krankenhaus. Aber ihre Probleme hatten bereits früher begonnen. Schon 2004 wurde sie zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt, weil sie sich in betrügerischer Weise Schmerzmittel in der Apotheke beschafft hatte. Im Mai 2005 wurde sie betrunken am Steuer erwischt und verstieß damit gegen Bewährungsauflagen. Wenige Tage nach ihrer Verhaftung wurde sie verprügelt, ihr damaliger Freund wurde wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Im Juli 2005 unternahm sie einen Selbstmordversuch, im September dann eine Überdosis Drogen. Im Dezember 2008 schließlich versuchte sie, sich die Pulsadern aufzuschneiden.

McCready hoffte auf ein Comeback

Hinzu kamen einige weitere Verhaftungen und Anklagen. 2008 wurde sie dann erneut wegen Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen verhaftet. Nach einer Entziehungskur verbrachte sie zwei Monate im Gefängnis.

Nach einem Auftritt in der Reality-TV-Serie "Celebrity Rehab" erklärte McCready 2010, sie hoffe auf ein Comeback. Sie wolle ein Buch über ihre Erfahrungen schreiben und eine Reality-Show produzieren. Endlich habe sie ihr Leben besser im Griff, sagte sie damals.

"Es ist ein gewaltiges, ständig wirbelndes Chaos", so McCready. "Ich bezeichne mein Leben als herrliches Durcheinander und organisiertes Chaos. So war es schon immer. Mein Leben lang habe ich Dinge angezogen und Dinge mich, die sich dann zu chaotischen Alpträumen entwickelten. Oder ich selbst sorge für Chaos. Ich glaube, das ist wirklich das Leben einer Berühmtheit, einer großen, enormen, gewaltigen Persönlichkeit."

Nun sorgt McCreadys Tod in der Country-Music-Szene für große Bestürzung. "Es waren einfach zu viele Tragödien. Ruhe in Frieden, Mindy McCready", schrieb Natalie Maines von der Band "Dixie Chicks". Und der Sänger Jason Aldean schrieb, dass er in Gedanken und mit Gebeten bei McCreadys Familie und ihren beiden Söhnen sei.

Quelle: AP
Quelle: dapd
21.07.12 0:52 min.
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