17.02.13

Rückzug

Zehntausende Menschen feiern Papst Benedikt

Rund 50.000 Gläubige nehmen auf dem Petersplatz Abschied vom Kirchenoberhaupt. Es ist einer seiner letzten Auftritte.

Quelle: Reuters
17.02.13 0:52 min.
Gläubige sollten für ihn und den nächsten Papst beten, rief das Kirchenoberhaupt bei seinem vorletzten Angelusgebet der Menschenmenge zu. Benedikt XVI. hatte überraschend seinen Rücktritt angekündigt.

Zehntausende Menschen feierten am Sonntag den scheidenden Papst im Vatikan. Vor einer jubelnden Menge von mindestens 50.000 Besuchern auf dem Petersplatz rief Benedikt XVI. für die Fastenzeit zu Umkehr und Reue und zur Absage an Egoismus und Stolz auf. Der Menschenmenge, die ihn mit langem Applaus und "Viva-il-papa-Rufen" begrüßte, sagte er: "Danke, dass ihr so zahlreich gekommen seid! Auch das ist ein Zeichen der Zuneigung und der geistigen Verbundenheit, das ihr mir in diesen Tagen erweist."

"In jedem Moment stehen wir vor einem Scheideweg und müssen uns für die Nachfolge Gottes entscheiden", mahnte der Papst. Jeder müsse überlegen, so der fast 86-Jährige, ob er persönlichen Interessen oder dem allgemeinen Wohl folgen wolle.

Abflug live im Fernsehen

Am Sonntagnachmittag begannen im Vatikan die traditionellen Fastenexerzitien für den Papst und die Kurie. Bis Samstag sind deshalb alle öffentlichen Termine des Papstes abgesagt. Nach seinem Amtsverzicht, der am 28. Februar abends in Kraft tritt, will sich Benedikt XVI. für etwa zwei Monate am päpstlichen Sommersitz Castel Gandolfo aufhalten. Von den Gläubigen will er sich am 27. Februar mit einer liturgisch geprägten Generalaudienz verabschieden.

Am folgenden Tag verlässt der Papst nach einem Treffen mit den Kardinälen den Vatikan. Sein Abflug nach Castel Gandolfo wird vom vatikanischen Fernsehen live übertragen. Es sei "wenig wahrscheinlich", dass Benedikt XVI. während der Zeit der Papstwahl oder beim Amtsantritt seines Nachfolgers öffentlich in Erscheinung treten werde. Seinen ständigen Alterssitz will er in einem Kloster in den Vatikanischen Gärten nehmen; das Haus wird derzeit nach seinen Bedürfnissen umgebaut.

Früheres Konklave möglich

Die Wahl eines Nachfolgers von Papst Benedikt XVI. könnte möglicherweise vorgezogen werden. Wenn bereits alle Kardinäle in Rom eingetroffen seien, bestehe eventuell die Möglichkeit, den Termin des Konklaves vorzuziehen, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi am Wochenende mit. Die offizielle Regelung sieht einen Beginn der Wahl zwischen dem 15. und dem 20. Tag nach Ende eines Pontifikates vor, um allen Kardinälen die Anreise zu ermöglichen.

Quelle: KNA
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