17.02.13

Mordanklage

Blutiger Kricketschläger in Pistorius' Haus entdeckt

Oscar Pistorius soll seine Freundin getötet haben. Das Motiv: Eifersucht. Ein blutiger Kricketschläger belastet den Paralympics-Star schwer.

Foto: AFP

Model Reeva Steenkamp ist tot. Sie wurde durch vier Schüsse in den Kopf und in den Arm getötet.

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Immer mehr Einzelheiten über den Mord im Haus von Oscar Pistorius kommen ans Licht. Dabei gerät der Paralympics-Star zunehmend unter Druck. Es verdichtet sich, dass Pistorius seine Freundin Reeva Steenkamp nicht versehentlich erschossen hat.

Die Polizei hat im Haus des mordverdächtigen Paralympics-Stars Oscar Pistorius einen blutverschmierten Kricketschläger gefunden. Das berichtet die südafrikanische Zeitung "City Press". Die am frühen Donnerstag getötete Freundin des Athleten, Reeva Steenkamp, habe schwere Kopfverletzungen gehabt, berichtete das Blatt.

Bisher hatten die Ermittlungsbehörden lediglich von Schussverletzungen Steenkamps gesprochen. Offiziell halten sich die Ermittlungsbehörden im Fall Pistorius sehr zurück. Allerdings berichten südafrikanische Medien aus anonymen Polizeiquellen.

Die "City Press" nannte weitere Einzelheiten der Tat. So soll sich Steenkamp schon ab dem frühen Abend im Haus von Pistorius befunden haben und gemeinsam mit ihm ins Bett gegangen sein.

Der erste Schuss sei im Schlafzimmer gefallen, dann erst sei sie ins Bad geflohen. Pistorius habe durch die verschlossene Tür weitere Schüsse abgefeuert und dann die tote Frau im Nachthemd die Treppen seines Hauses hinuntergetragen. Dann habe er zuerst seinen Vater angerufen.

Sollte sich diese Information bewahrheiten, widerspräche das eindeutig der These, dass Pistorius seine Freundin für einen Einbrecher gehalten und versehentlich erschossen habe. Die Polizei hatte diese Theorie, die am Donnerstag von der Zeitung Beeld verbreitet worden war, bereits verworfen und erklärt, sie sei nicht von ihr gekommen.

Pistorius befindet sich im Polizeigewahrsam in Pretoria. Am Dienstag wird ein Gericht über die Mordanklage der Staatsanwaltschaft und eine mögliche Freilassung auf Kaution befinden. Pistorius gilt als selbstmordgefährdet und steht dauerhaft unter Beobachtung.

Eifersucht soll das Motiv gewesen sein

Pistorius, dem in frühester Kindheit beide Beine amputiert worden waren, und Steenkamp hatten sich erstmals im November öffentlich als Paar gezeigt. Für die kommende Woche ist laut lokalen Medien eine Trauerfeier im engsten Familienkreis in Reeva Steenkamps Heimatstadt Port Elizabeth geplant. Die Zeitung Beeld nannte als möglichen Grund für die Auseinandersetzung ein Eifersuchtsdrama.

Stein des Anstoßes war demnach ein 24 Jahre alter Sänger, der wie Reeva Steenkamp an der Reality TV-Show "Tropika Island of Treasure" teilgenommen hat. Dies sei Pistorius ein Dorn im Auge gewesen. Eine Freundin und Kollegin von Reeva Steenkamp wird bei Beeld zitiert. "Pistorius war eifersüchtig und arrogant auf eine Art und Weise, die keine Logik hatte. Er wollte nicht, dass Reeva mit Mario in derselben Show mitmacht", sagte Dominique Piek.

Steenkamps Botschaft aus dem TV

Der südafrikanische TV-Sender SABC zeigte die auf Jamaika aufgezeichnete Show wie geplant am Samstagabend. Vor dem Hintergrund der blutigen Tat wirkten die im vergangenen Jahr aufgezeichneten Bilder umso bewegender. Jung, schön und lebenslustig präsentierte sich Steenkamp dem Publikum, küsste zwei Delfine und philosophierte nicht nur über das Leben. Auch der Tod wurde zum Thema.

Dazu sagte sie: "Die Art und Weise, wie man sich verabschiedet, ist so wichtig. Es ist wichtig, ob du einen guten oder schlechten Eindruck hinterlässt. Bleibe redlich, bleibe dir selber treu und zeige immer Klasse."

Zwei Tage vor der Austrahlung hatte sie die Wirklichkeit auf entsetzliche Weise überholt. Der Sender präsentierte die Show als "Gedenken an Reeva Steenkamp". Erwartet wurden 2,5 bis 3,0 Millionen TV-Zuschauer. Ihr letzter Wunsch vor der schrecklichen Tat sei es gewesen, dass sich ihre Familie die Show anschaut. "Sie war so stolz, in der Show dabei zu sein", sagte ihre Cousine Sharon Steenkamp. Sie habe die Familie sogar noch einmal an den Sendetermin erinnert.

Quelle: dpa/SID/mim
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