15.02.13

Kuppel-Aktion

Facebook "Spotted" – Flirten für Schüchterne

Zu schüchtern, um das süße Mädel von der Uni anzusprechen? Dafür gibt es jetzt die Facebook-Seite "Spotted": Ein neuer Flirt-Trend, der Studenten die Suche nach der Liebsten leichter machen soll

Foto: Laura Waßermann

Blick über die Schulter eines Users auf die Facebook-Seite „Spotted“ der Berliner Universität: per Klick zum Date
Blick über die Schulter eines Users auf die Facebook-Seite "Spotted" der Berliner Universität: per Klick zum Date

"Du hast dunkelblonde Haare und hattest ein auffälliges blaues T-Shirt an, mit der Aufschrift "Free your mind". Von deinem Lächeln war ich direkt verzaubert. [...] Eigentlich bin ich ein sehr aufgeschlossener Mensch, aber trotzdem war ich diesmal zu schüchtern dich anzusprechen."

Solche Posts häufen sich seit zwei Monaten in der virtuellen Facebook-Welt. Was zunächst mit einem Spaß angefangen hat, wird jetzt zum europaweiten Trend. Und die Deutschen sind ganz vorne mit dabei. Die obige Meldung beispielsweise kommt von einer Studentin aus Dortmund.

Die Rede ist von der Flirt-Seite "Spotted", die mittlerweile für fast jede Universität in Deutschland online ist. Was früher ein handgeschriebener Liebesbrief am schwarzen Brett war, ist heute ein Facebook-Post – mit genauso liebevollen Worten.

Die Schotten haben's erfunden

Das funktioniert ganz einfach: Man sieht ein attraktives Gegenüber, ist aber zu schüchtern, sie oder ihn anzusprechen. Also schickt man dem "Spotted"-Team seiner Universität eine Nachricht bei Facebook, die dann anonym veröffentlicht wird. Dann gilt es nur noch zu hoffen, dass sich der oder die Angebetete seinerseits bei "Spotted" meldet, wo dann der Kontakt hergestellt wird.

Auch in Berlin gibt es seit Anfang Januar die Möglichkeit zu "spotten". Die Studentinnen Bella, Jessi und Kati haben die Seite gegründet, um Menschen zusammenzubringen: "Wir haben die "Spotted"-Seite der Uni in Wien entdeckt, fanden die Idee toll und haben es direkt für Berlin übernommen", erzählt Bella. Die beiden anderen ergänzen: "Wieso auch nicht? Mit Facebook kannst du die Leute erreichen." Nur durch die sozialen Netzwerke würden sich Suchanzeigen so schnell verbreiten.

Ursprünglich stammt der Einfall aus dem schottischen Glasgow. Unter dem Namen "Spotted: Glasgow Uni Library" (also ganz speziell für den Einsatz in der Bibliothek) ging die Seite am 10. Dezember 2012 an den Start. Seitdem wurde sie rund 5000 Mal geteilt. Der "Gefällt mir"-Button wurde schon mehr als 6800 Mal geklickt.

Erfolgreiche Vorreiter in Deutschland sind die Unis Göttingen mit knapp 3670 und Heidelberg mit 2170 Likes. "Spotted: Uni Münster" hat sogar schon über 4400 Fans, obwohl die Seite erst seit dem 8. Januar online ist.

Jeden Tag neue Fans

Ganz so erfolgreich ist die Berliner Seite mit 535 Likes bis jetzt noch nicht, aber darum ginge es den drei jungen Frauen, die sie ins Leben gerufen haben, auch gar nicht: "Das versüßt dir einfach den Tag, wenn du so eine schöne Such-Nachricht bekommst", sagt Bella. Außerdem kämen jeden Tag neue Fans hinzu. Um Studenten auf ihre Facebook-Seite zu locken, sorge man zudem für Abwechslung. "Wir haben ein 'Zitat der Woche', posten Bilder über die Liebe und haben ein Special zum Valentinstag gemacht."

Im Gegensatz zu den schottischen "Spotted"-Usern setzen die deutschen Studenten übrigens immer noch auf Charme und Romantik. Zum Beispiel heißt es auf der Berliner Seite: "An das Mädchen mit den kastanienbraunen Haaren und den rehbraunen Augen. [...] Du hast ein sehr süßes Lächeln, mit kleinen Grübchen. DU HAST MICH VERZAUBERT! Wäre es möglich, dich wieder zu sehen?"

Zum Vergleich ein Beitrag aus Glasgow: "Zu der europäisch aussehenden Brünetten [...] ich kann meine Augen nicht von Dir lassen... Du bist meine Bibliotheks-Traumfrau".

Beliebte Gegen-Kampagne: "Verspottet"

Das Besondere an "Spotted" – im Unterschied zu kommerziellen Partneragenturen wie neu.de und parship.de – ist, dass keine professionellen Analysen anhand der eingegebenen Daten potenzielle Partner auswählen, sondern der Benutzer selbst. Aber es gibt auch Kritik an dem neuen Trend. Thilo Weichert, Landesschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein und Facebook-Experte, warnt. Man gäbe seine Daten und Kontaktwünsche schließlich an Unbekannte weiter.Denn sowohl Facebook als auch die Betreuer der einzelnen "Spotted"-Seiten könnten sehen, wer welche Meldung schaltet und wie die Reaktionen darauf aussehen.

Reichlich Reaktionen gibt es auch auf Einträge auf einer inzwischen eingerichteten "Gegenseite" namens "Verspottet", wie es sie etwa für die Universität Hamburg gibt. Ob volle Bibliotheken, dreckige Toiletten oder auch Konkurrenten, die den eigenen Partner über "Spotted" treffen wollen – über dies und jenes kann man sich auf diesen "Verspottet"-Seiten auslassen.

© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
title
Aktualisiert vor 2 MinutenLiveblog
Obama in Berlin – Erstes Hitzeopfer auf dem Pariser Platz

US-Präsident Barack Obama, Ehefrau Michelle und die Töchter Sasha und Malia sind in Berlin. Ihre Nacht im Hotel Ritz-Carlton ist vorbei. Nun absolvieren sie ein eng getaktetes Programm. Der Liveblog. mehr...

Brandenburg Gate, Berlin, Germany, Europe
14:55Obama in Berlin
Pariser Platz – die Bühne der Präsidenten in Berlin

Von Napoleon bis Chruschtschow, von Kennedy bis Clinton: Seit 200 Jahren inszenieren sich am Brandenburger Tor Besatzer und Besucher. Nun kommt US-Präsident Barack Obama. mehr...

Obama in Berlin
14:40Obama in Berlin
Michelle Obama und die Farben des Sommers - eine Stilkritik

Besonders Michelle Obama zieht mit ihrem Outfit die Blicke auf sich. Ihre Töchter Sasha und Malia stehen ihr da in nichts nach. Wir zeigen, wie stylish der Berlin-Ausflug der Präsidentenfamilie ist. mehr...


Merkel bei der Pressekonferenz: „Das Internet ist für uns alle Neuland“
15:07Reaktionen im Web
Barack Obama in Berlin - Angela Merkel im #Neuland

"Das Internet ist für uns alle Neuland", hat Angela Merkel bei der Pressekonferenz mit Barack Obama gesagt. Das sorgt für Spott im Netz: #Neuland wurde schnell zum Top-Schlagwort bei Twitter. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
Top-Thema

Aus dem Bett ihrer Suite im „Ritz-Carlton“ kann das Präsidentenpaar auf den Potsdamer Platz schauen
Obamas Hotel in Berlin

Hier übernachtet die First Familiy

Video Nachrichten mehr
Berlin-Besuch Absperrungen und Hitze am Brandenburger Tor
Deutschland-Besuch Familie Obama zu Gast in Berlin
Berlin-Besuch Obama von Bundespräsident Gauck empfangen
Berlin US-Präsident Obama erreicht das Ritz-Carlton
 
title
Abi 2012

Hier finden Sie eine Übersicht der Abiturienten.mehr

1085783744.jpg
Ausbildung 2013

Ratschläge zur erfolgreichen Gestaltung und zur Berufswahlmehr

Bildschirmfoto 2013-05-07 um 15.39.57.png
Outletcenter

Diese Outletcenter bieten gute Ware zu günstigen Preisen... mehr

Top Bildershows mehr
US-Präsident

Barack Obama und sein Tag in Berlin

Eigenes Programm

First Lady Michelle Obama in Berlin

First Lady

Das ist die Stilikone Michelle Obama

Staatsbesuch

Von Kennedy bis Bush – US-Präsidenten in Berlin

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote