15.02.13

Abnehmen

Gehirn bestimmt, ob eine Diät erfolgreich wird

Wer ohnehin schon übergewichtig ist, nascht trotzdem Schokolade – selbst wenn er sehr gut um seine Pfunde weiß. Die Ursache liegt im Gehirn: Das hat eine andere Struktur als bei Normalgewichtigen.

Foto: picture alliance / dpa

Eine Diät signalisiert dem Körper einen Notstand. Wer danach nicht aufpasst, hat schnell wieder die alten Pfunde drauf
Eine Diät signalisiert dem Körper einen Notstand. Wer danach nicht aufpasst, hat schnell wieder die alten Pfunde drauf

Der Erfolg einer Diät hängt offenbar nicht nur von der eigenen Disziplin ab. Denn wie leicht jemand dabei scheitert, ist auch biologisch bedingt. So spielt die Struktur bestimmter Hirnregionen eine Rolle. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) hin.

Das Belohnungssystem im Hirn habe bei Übergewichtigen eine andere Struktur als Menschen mit normalem Gewicht, so die Experten. Derzeit werde erforscht, ob diese Veränderungen entstanden sind, weil die Betroffenen zu viel essen, oder ob sie Veranlagungen sind. Frauen haben es beim Kampf gegen die Pfunde der DGKN zufolge besonders schwer. Wenn sie immer weiter zunehmen, verändern sich Hirnareale, die bei der automatischen und zielgerichteten Verhaltenskontrolle eine Rolle spielen.

In Verhaltensexperimenten zeigte sich, dass Frauen mit Übergewicht sich anders als Normalgewichtige ein Stück Schokolade auch dann nicht verkneifen können, wenn sie wissen, dass es ihrer Figur schadet. Bei Männern sei dieser Unterschied nicht zu beobachten gewesen, erläutert Annette Horstmann von der Abteilung Neurologie des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig.

Ähnlich einer Alkohol- oder Drogensucht

Das Verhalten ähnele den Anzeichen einer Alkohol- oder Drogensucht. Daher sei Betroffenen mit einer Ernährungsumstellung allein nicht genug gedient. Sie bräuchten auch psychologische Begleitung.

Die Verbraucherzentrale Bayern rät Abnehmwilligen ohnehin zu einer schrittweisen Änderung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten: Nachhaltiges Abnehmen lasse sich nur so erreichen. Gesund und sinnvoll ist ein Gewichtsverlust von ein bis zwei Kilogramm pro Monat. Einseitige Diäten und Hungerkuren führten nur kurzzeitig zum Abnehmerfolg und begünstigten den Jo-Jo-Effekt.

Dieser Effekt kommt so zustande: Wird die Kalorienzufuhr massiv reduziert, verlangsamt der Körper seine Stoffwechselvorgänge. Dadurch baut er Fettreserven nur langsam ab. Der nach der Diät zunächst weiterhin geringe Energieverbrauch führt dazu, dass die mühsam heruntergehungerten Pfunde bei einer erhöhten Kalorienzufuhr schnell wieder drauf sind. Auf lange Sicht begünstigt das eher eine Gewichtszunahme als -abnahme.

Quelle: dpa/cl
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