13.02.13

Job-Suche

Programmierer kreiert Bewerbung wie Amazon-Seite

Der Franzose Philippe Dubost suchte einen Job als Online-Produktmanager. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, hat er seine Bewerbung wie eine Amazon-Produktseite programmiert. Das zieht nun Kreise.

Foto: phildub

Mit dieser Bewerbung im Amazon-Stil machte sich der Franzose auf Job-Suche
Mit dieser Bewerbung im Amazon-Stil machte sich der Franzose auf Job-Suche

Berliner Morgenpost: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine so spezielle Bewerbung zu verschicken?

Philippe Dubost: Ich wollte einfach mal was anderes machen. Wenn man 100 oder mehr Konkurrenten hat, hilft es, kreativ zu sein und etwas von seiner Persönlichkeit preiszugeben.

Berliner Morgenpost: Warum ausgerechnet ein Amazon-Konto?

Dubost: Also erstens, weil jeder das Amazon-Design kennt. Die Leute sind damit vertraut. Und zweitens ist es eines der Unternehmen, für die ich sehr gerne arbeiten würde.

Berliner Morgenpost: Hatten Sie keine Angst, dass die Firma rechtlichen Schritte gegen Sie einleiten würde?

Dubost: Nein, denn ich hätte nicht gedacht, dass meine Idee so gut ankommt. Und was Amazon angeht: Jeder liebt diese Marke, und ich würde sagen, das, was ich getan habe war respektvoll, scherzhaft und hat Amazon nicht geschadet.

Berliner Morgenpost: Wie erklären Sie sich die schnelle Popularität Ihrer Seite?

Dubost: Ich denke, weil das Thema "Job" momentan überall brisant ist und die Arbeitslosigkeit in vielen Ländern steigt. Aber vor allem, weil die Seite interaktiv ist. Es ist wie ein Spiel. Wenn man auf verschiedene Buttons klickt, zum Beispiel auf "Nein" bei "War der Kommentar für Sie hilfreich?", erscheint der Text "Naja ... was ist heutzutage schon hilfreich?"

Berliner Morgenpost: Wieso funktioniert die Option "Zu Heiratsliste hinzufügen" dann nicht?

Dubost (lacht): Viele Produktseiten von Amazon haben diese Funktion. Wenn man auf meiner Seite klickt, kommt nur "Nicht möglich". Ich dachte, das wäre lustig und ich habe eine Menge amüsante Rückmeldungen bekommen.

Berliner Morgenpost: Wie oft wurde Ihre Seite denn schon geklickt?

Dubost: Mittlerweile haben sich mehr als 1.300.000 Leute aus 200 Ländern meine Bewerbung angeguckt. Und bei Facebook wurde sie schon 38.000 Mal geteilt. Das ist wirklich eine Überraschung.

Berliner Morgenpost: Sie haben auch sehr private Details in die Bewerbung einfließen lassen. Zum Beispiel Fotos, auf denen Sie reisen oder mit Ihren Freunden zu sehen sind. Wieso?

Dubost: Naja, so eine Produktseite bei Amazon hat auch immer mehrere Bilder. Deswegen hab ich das gemacht. Es geht aber auch um Persönlichkeit. Ein Foto zeigt, dass ich gerne unterwegs bin und das andere ist ein bisschen professioneller. Ich bewerbe mich ja schließlich um einen Job.

Berliner Morgenpost: Wie waren die Reaktionen von potenziellen Arbeitgebern?

Dubost: Also insgesamt habe ich 1000 Nachrichten erhalten, dass die Leute meine Idee gut finden. Und 130 richtige Jobangebote.

Berliner Morgenpost: Was sind das für Angebote?

Dubost: Die sind ganz unterschiedlich. Von großen und kleinen Firmen, aus Europa, Asien, eigentlich von überall her. Das ist wirklich verrückt.

Berliner Morgenpost: Und ist Ihr Traumjob dabei?

Dubost: Zirka 30 Jobs entsprechen genau meinen Wunschvorstellungen. Entschieden habe ich mich aber noch nicht. Ich bin derzeit sehr beschäftigt damit, E-Mails zu beantworten ... (lacht)

Berliner Morgenpost: Was ist denn überhaupt Ihr Traumjob?

Dubost: Also, mein Traumjob ... er sollte auf jeden Fall Reisen beinhalten und im Bereich des Produktmanagements sein. Das macht mir am meisten Spaß.

Berliner Morgenpost: Hat Amazon Ihnen denn auch ein Jobangebot gemacht?

Dubost (lacht): Also dazu möchte ich mich jetzt nicht äußern.

Berliner Morgenpost: Wem würden Sie diese Art von Bewerbung denn empfehlen?

Dubost: Allen, die sich von anderen Bewerbern abheben wollen. Viele haben die gleichen Qualitäten und die gleichen Erfahrungen. Dann geht's eben auch um die Persönlichkeit, die durch so eine außergewöhnliche Bewerbung schneller deutlich wird als bei einem herkömmlichen Anschreiben. Es kommt aber auch auf die Branche an. Für mich gilt aber immer "Sei kreativ und hab Spaß".

© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagt im Abgeordnetenhaus vor dem Untersuchungsausschuss zum BER-Debakel aus
Aktualisiert vor 14 MinutenAbgeordnetenhaus
Live-Blog – Klaus Wowereit im BER-Untersuchungsausschuss

Berlins Regierender steht dem Untersuchungsausschuss zum BER-Debakel Rede und Antwort. Es dürfte die bislang spannendste Sitzung werden. Viktoria Solms und Christian Mutter sind live dabei. mehr...


Eine alte und eine neue Fassade in Prenzlauer Berg
07:23Wohnungsmarkt
Der neue Mietspiegel für Berlin – was Sie wissen sollten

Das Berliner Mietniveau bleibt hinter anderen Großstädten zurück. Doch die Entwicklung zeigt nach oben, wie der Mietspiegel belegt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Wohnlagen und Preisen. mehr...

Kristall Sauna Therme   Ludwigsfelde in Brandenburg bei Berlin   das grov¸e Angebot fv r Baden Wellness und Sauna vor. FKK und Sportbad.
23.05.13Ludwigsfelde
Freizeitbad vor den Toren Berlins warnt vor Sextätern

Die Kristall Saunatherme in Ludwigsfelde geht nach sexuellen Übergriffen in dem FKK-Bad in die Offensive: In Zusammenarbeit mit der Polizei installierten die Verantwortlichen Videokameras. mehr...


Im Olympiastadion steht ein weiteres Sporthighlight bevor: das Champions-League-Finale 2015
08:16Finale 2015
Erstklassiger Gastgeber - Warum Berlin Champions League kann

Nachdem sich Berlin Lästereien zu BER, S-Bahn und Hertha gefallen lassen musste, vergibt die Uefa das Champions-League-Finale an die Hauptstadt. Das wird gebührend vor dem Brandenburger Tor gefeiert. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Krawalle Wieder Ausschreitungen in Stockholm
Washington Brücke in USA eingestürzt
Grundsatzrede Obama will strengere Regeln für Drohnenangriffe
Queen of Soul Aretha Franklin braucht eine kleine Auszeit
 
title
Abi 2012

Hier finden Sie eine Übersicht der Abiturienten.mehr

1085783744.jpg
Ausbildung 2013

Ratschläge zur erfolgreichen Gestaltung und zur Berufswahlmehr

Bildschirmfoto 2013-05-07 um 15.39.57.png
Outletcenter

Diese Outletcenter bieten gute Ware zu günstigen Preisen... mehr

Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Philipp Rösler

Szenen einer Reise ins Silicon Valley

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote