13.02.13

Super-GAU-Ruine

Dach von Tschernobyl-Reaktor teilweise eingestürzt

Schockmoment in Tschernobyl: An der Schutzhülle des zerstörten Atomkraftwerkes verfallen Mauer und Dach. 80 Arbeiter wurden evakuiert. Strahlung soll aber nicht ausgetreten sein.

Foto: dpa/DPA

Der Beton-Sarkophag um den zerstörten Reaktor, der nach dem Unglück schnell errichtet wurde, muss dringend saniert werden
Der Beton-Sarkophag um den zerstörten Reaktor, der nach dem Unglück schnell errichtet wurde, muss dringend saniert werden

In der "Todeszone" um das 1986 havarierte ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl sorgt ein Dach-Einsturz an der hoch verstrahlten Ruine für Aufregung. Schneemassen hatten Teile der Bedeckung und einer Mauer des Maschinensaals eingedrückt.

Bei dem Unfall etwa 70 Meter entfernt von dem Sarkophag – der Betonhülle, die den explodierten Reaktorblock provisorisch abdichtet – sei keine Radioaktivität ausgetreten, teilte der Zivilschutz der früheren Sowjetrepublik mit. Zur Vorsicht zogen französische Unternehmen aber etwa 80 Arbeiter ab.

Die Organisation Greenpeace bezeichnete den Unfall als "beunruhigendes Signal".

"Es gibt keine Garantie, dass in naher Zukunft nicht auch der Sarkophag einzustürzen beginnt", teilte die Umweltschutzorganisation in der etwa 110 Kilometer entfernten Hauptstadt Kiew mit.

Unglück im Maschinensaal

Das französische Unternehmen Bouygues bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den Abzug der Arbeiter. Ihr Einsatzort befand sich 150 Meter vom Maschinensaal entfernt. Der Abzug sei aufgrund des radioaktiven Staubs erfolgt, der das Gebäude 1986 kontaminiert hatte, sagte ein Sprecher. Die Arbeiter bauen an einer neuen Schutzhülle.

Die Unfallursache werde innerhalb der nächsten 14 Tage von einer Sonderkommission untersucht, teilte die Kraftwerksleitung mit. Der Tschernobyl-Block vier war am 26. April 1986 explodiert. Die Havarie wirbelte über Tage radioaktive Teilchen in die Luft, von der Ukraine breitete sich die abgeschwächte Wolke über weite Teile Europas aus.

2012 wurde unter Leitung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) mit dem Bau eines 1,54 Milliarden Euro teuren neuen Mantels begonnen. Derzeit arbeiten rund 1500 Beschäftigte aus 22 Ländern an der Hülle, die den alten Sarkophag 2015 ersetzen soll.

Quelle: dpa/AFP/AP/reuters/kami
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Homo-Ehe Elton John und David Furnish haben geheiratet
Video-Nachruf Danke, Udo Jürgens!
Für den guten Zweck Ein Tauchgang mit dem Weihnachtsmann
Mehrere Verletzte Maskierte überfallen Kaufhaus KaDeWe in Berlin
BM_teaser_xmas.gif
Weihnachten

Ideen und Tipps rund um Weihnachtenmehr

Timetraveller.jpg
Timetraveller

Mit der Morgenpost und Timetraveller Geschichte erlebenmehr

Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

City West

Raubüberfall auf das Berliner KaDeWe

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote