11.02.13

Brasilien

Karneval in Rio setzt auf Schwarz-Rot-Gold

Das Thema beim diesjährigen Karneval in Rio de Janeiro ist Deutschland - vom Gott Thor über Biergläser bis hin zu Playmobil ist alles dabei.

Foto: REUTERS

Tanzen und Singen bis zum Sonnenaufgang: Die Narren in Rio waren außer Rand und Band.

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Meterhohe Biergläser, Playmobilfiguren und VW Käfer haben in diesem Jahr den Karneval in Rio de Janeiro deutsch eingefärbt. Die traditionsreiche Sambaschule Unidos da Tijuca bewarb sich am Sonntag auf Brasiliens größter Karnevalsparade im Sambodrom mit dem Thema Deutschland um den Preis für den besten Festzug. Fast eine Million Touristen und viele Prominente erlebten die Stadt an der Copacabana im Ausnahmezustand.

Insgesamt sechs Wagen und 3800 Teilnehmer bot der Vorjahressieger Unidos da Tijuca auf, um der Heimat zahlreicher Einwanderer aus Deutschland Tribut zu zollen. "Er stieg auf einem Blitz herab, er ist der Donner. Der Gott Thor bittet um Durchlass, um auf dieser Reise das zauberhafte Deutschland zu zeigen", lautete das Motto. Die ersten, als Thor verkleideten Tänzer der Parade beschworen mit ihren Tänzen und Kunststücken den Hammer der germanischen Gottheit.

Etwas später folgten gigantische Biergläser, in denen Tänzerinnen ganz in Gold gekleidet ohne Unterlass Samba tanzten. Auch die Bremer Stadtmusikanten, gigantische Playmobil-Puppen, Riesenstücke Schwarzwälder Kirschtorte und deutsche Autos waren auf der Parade vertreten. "Wir zeigen deutsche Aspekte aus brasilianischer Perspektive. Wir zeigen Märchen, wir sprechen von Bier, das wir in Brasilien sehr gerne mögen", sagte ein Teilnehmer.

Nackte Haut und aufwendige Kostüme

Die Karnevalsfeierlichkeiten in Rio de Janeiro setzten am Freitag ein, als Bürgermeister Eduardo Paes dem Sinnbild des Karnevals in Rio, König Momo, für fünf Tage symbolisch den Schlüssel der Stadt übergab. König Momo eröffnete auch den Höhepunkt der Karnevalsfeiern, die farbenfrohe und aufwändige Parade von zwölf Samba-Schulen am Sonntag und Montag im sogenannten Sambodrom. Entlang der 720 Meter langen Paradestrecke fanden über 72.000 Zuschauer auf den Tribünen Platz.

Die Festwagen präsentierten neben Deutschland eine Vielfalt von Themen. Wie gewohnt gab es aufwändige Kostüme und viel nackte Haut zu sehen. Die vor über 150 Jahren in den Armenvierteln des Landes entstandene Tradition ist heute ein milliardenschweres Ereignis. Allein die Festwagen kosten jeweils zwischen zwei und fünf Millionen US-Dollar (1,5 bis 3,7 Millionen Euro) – finanziert durch das Sponsoring großer Unternehmen.

Anders als die Parade stehen die Straßenpartys, die sogenannten Blocos, jedermann offen. Die Behörden rechneten allein in Rio de Janeiro, dem Austragungsort der Olympischen Spiele 2016, mit sechs Millionen Karnevalsbesuchern, darunter mehr als 900.000 Touristen.

Feierlichkeiten nach Unfällen abgesagt

Wie jedes Jahr lockte der Karneval auch viel Prominenz: Aus den USA reisten unter anderen die Schauspielerin Megan Fox, ihr Kollege Will Smith und der Rapper Kanye West mit seiner Freundin Kim Kardashian an. Italiens Starschauspielerin Monica Belucci erschien in Begleitung ihres französischen Ehemanns Vincent Cassel. Der südkoreanische Popstar Psy gab sich in der Stadt Salvador de Bahia die Ehre und führte seinen Welthit "Gangnam Style" auf.

Nach einem tragischen Unfall in der Stadt Socorro im Nordosten des Landes seien die dortigen Feierlichkeiten abgesagt worden, berichtete die Nachrichtenseite "G1". Demnach war ein Lastwagen mit defekten Bremsen in die feiernde Menge gefahren, wobei ein 11-jähriger Junge getötet und 20 weitere Menschen verletzt wurden. Auch in Santa Maria fiel der Karneval in diesem Jahr aus. Vor drei Wochen waren in der Stadt im Süden Brasiliens 239 Menschen bei einem Disko-Brand getötet worden.

Quelle: mm/AFP
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