08.02.2013, 13:21

Mordfall in der DDR Kreuzworträtsel-Mord muss vielleicht neu aufgerollt werden


Grausiger Fund: Die Leiche des Siebenjährigen hatte der Täter in einem Koffer verstaut

Foto: WDR / dpa

Grausiger Fund: Die Leiche des Siebenjährigen hatte der Täter in einem Koffer verstaut Foto: WDR / dpa

1981 erschütterte ein Kindermord die DDR. Nun hat die damalige Verlobte des Täters ein Buch geschrieben – und gerät ins Visier der Polizei.

Zu einem der spektakulärsten Kriminalfälle der DDR-Geschichte, dem sogenannten Kreuzworträtsel-Mord, wird nach 32 Jahren wieder ermittelt. Es geht um den gewaltsamen Tod eines Siebenjährigen 1981 in Halle-Neustadt. Die Staatsanwaltschaft habe ein Verfahren gegen die damalige Verlobte des Täters eingeleitet, sagte Sprecher Klaus Wiechmann am Freitag und bestätigte Medienberichte.

Geprüft werde, ob sich die Frau der Beihilfe zum Mord oder der Mitwisserschaft schuldig gemacht hat. Auslöser seien Zeitungsinterviews und ein gerade erschienenes Buch, in dem die 49-Jährige das damalige Geschehen verarbeitet – verpackt in eine fiktive Rahmenhandlung.

Im Januar 1981 war der sieben Jahre alte Lars ermordet worden, seine Leiche wurde in einem Koffer verpackt aus einem Zug geworfen. Eine Schriftprobe aus einem ausgefüllten Kreuzworträtsel, das auch in dem Koffer lag, führte die Polizei Monate später zum damals 18 Jahre alten Täter.

Geschichte möglicherweise "stark ausgeschmückt"

Monatelang hatten die Ermittler in Papierbergen aus Wohnungsanträgen, Ausweisanträgen und Autoanmeldungen nach der charakteristischen Schrift gesucht und waren schließlich auf die Mutter der jetzigen Autorin gestoßen. In ihrer Wohnung war der Mord begangen worden.

"Der Täter ist ermittelt worden, er ist bestraft worden und hat seine Strafe verbüßt", sagte Wiechmann. Nun gehe es um die Rolle seiner damaligen Verlobten. Sie habe vor Gericht andere Aussagen gemacht als in dem aktuellen Buch "Der Kreuzworträtselmord".

Diese Widersprüche gelte es nun aufzuklären. Möglich sei, dass sie die Geschichte stark ausgeschmückt hat, um sie für die Leser interessanter zu machen. Er könne nicht absehen, ob es einen weiteren Gerichtsprozess geben wird, sagte Wiechmann.

(dpa/mm)
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