07.02.13

"Stirb langsam"-Star

Bruce Willis schießt gegen schärfere Waffengesetze

Seit dem Newtown-Massaker brodelt die Debatte um schärfere US-Waffengesetze. Das spürt nun Hollywood: Immer mehr Stars müssen sich für Gewaltszenen rechtfertigen – auch Action-Held Bruce Willis.

Von Michael Remke
Foto: dpa

So kennt man ihn: John McClane (Bruce Willis, v. l.), Jack McClane (Jai Courtney) und Komarov (Sebastian Koch) in einer Szene des Kinofilms "Stirb langsam 5 – Ein guter Tag zum Sterben"
So kennt man ihn: John McClane (Bruce Willis, v. l.), Jack McClane (Jai Courtney) und Komarov (Sebastian Koch) in einer Szene des Kinofilms "Stirb langsam 5 – Ein guter Tag zum Sterben"

Ratternde Maschinengewehre, explodierende Autos, brennende Hubschrauber, herumfliegende Menschen und mittendrin im blutverschmierten T-Shirt der New Yorker Polizist John McClane – so präsentiert sich Hollywood-Star Bruce Willis in seinem neuen Aktionstreifen "Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben".

Es ist der fünfte Teil der Serie, die vor 25 Jahren begonnen hatte. Und die Handlung ist eigentlich wie immer: Ein scheinbar unverletzbarer McClane erschießt mit unendlichen MG-Salven seine Feinde und rettet so im Alleingang die Welt vom Bösen.

Nach dem Schulmassaker von Newtown im US-Bundesstaat Connecticut mit 20 toten Grundschülern, heizt der Aktionfilm von Willis erneut die Debatte um striktere Waffengesetze in den USA an, auch in der Filmindustrie Hollywoods. Präsident Obama will die Gewalt mit einem ganzen Maßnahmenkatalog zumindest eindämmen – sehr zum Leidwesen der US-Waffenlobby NRA.

Der US-Kongress debattiert zurzeit über striktere Gesetze. Bruce Willis, die Verkörperung des amerikanischen Machos, hält davon nichts. Bei der Vorstellung seines neuen Films hat er sich gegen eine Einschränkung des in der US-Verfassung verankerten Rechts auf Waffenbesitz ausgesprochen.

Angeblich keine Anregung zum Amoklauf

"Ich denke, wir sollten jetzt nicht anfangen, einzelne Passagen aus einem Grundrecht zu verändern", sagt der 57 Jahre alte Willis. "Wenn du das tust, kannst du das Gesetz gleich ganz abschaffen." Der "Stirb langsam"-Star, der Ende des Jahres mit noch zwei weiteren Aktion-Filmen ("G.I. Joe: Retaliation" sowie "Red 2") zu sehen sein wird, glaubt auch nicht, dass seine Gewaltstreifen Amokläufer zu ihren Taten animieren würden.

"Niemand begeht ein Verbrechen, nachdem er einen Film gesehen hat", behauptet der glatzköpfige Willis. Nichts, so ist er sich sicher, würde eine solche These unterstützen.

Massaker wie die in Colorado oder in Newtown würde "man mit schärferen Gesetzen nicht verhindern können". "Wie macht man denn ein Gesetz gegen den Wahnsinn?", fragt Willis. "Ich weiß gar nicht, wo man da anfangen will."

Tarantino ebenfalls in der Kritik

"Stirb langsam" ist nicht der erste Film, der wegen seiner gewaltverherrlichenden Szenen in die Kritik geraten ist. Der Kinostart von Quentin Tarantinos "Django Unchained" musste nach dem Schulmassaker in Newtown sogar verschoben werden, sehr zum Ärger des Regisseurs.

Als der mittlerweile zum Kultfilm gewordene "Spaghetti-Western" herauskam, wütete Tarantino gegen die Kritik. Er sei es leid, sich nach jeden Amoklauf für seine Filme rechtfertigen zu müssen.

"Es gibt einfach Gewalt in der Welt", schimpfte Tarantino. "Tragödien passieren, aber macht doch bitte die Täter verantwortlich. Mein Film ist ein Western, also lasst mich in Ruhe."

Unterstützung bekommt Tarantino auch von seinem Hauptdarsteller, dem Österreicher Christoph Waltz über seine Rolle: "Django ist gewalttätig, aber es inspiriert niemanden zur Gewalt."

Auch Samuel Jackson, der in "Django Unchained" mitspielt, kann die Kritik an dem Film nicht nachvollziehen. "Ich bin im Süden der USA aufgewachsen", sagte der 64-Jährige. "Wir hatten alle Waffen, aber wir haben nicht auf Menschen geschossen. Diese Massaker werden von Leuten verübt, die nicht Wissen, welchen Wert ein Menschleben hat."

Peinliche Pistolenfotos von Kim Kardashian

Durcheinander scheint die Waffendebatte Kim Kardashian mittlerweile gebracht zu haben. Der Reality-Star hatte sich nach dem Schulmassaker in Connecticut spontan für schärfere Gesetze ausgesprochen und sogar eine Petition im Namen der toten Kinder unterstützt. Schon damals wurde sie dafür verspottet, da Kardashian nur wenige Wochen vor Newtown noch stolz ein Foto von ihr auf einem Schießstand twitterte.

Endgültig zur Heuchlerin wurde die schwangere Lebenspartnerin von Kanye West für ihre Fans aber erst jetzt. Die für ihren Sinn für Luxusartikel bekannte Kardashian nutzte Instagram für eine kleine Selbstwerbung und postete – ohne offenbar lange nachgedacht zu haben - erneut ein Foto.

Das Bild zeigt ihre Pistole, golden, mit Brillanten besetzt und einer Gravur des Modedesigners Yves Saint Laurent. Als Überschrift wählte Kardashian: "Bang, Bang."

Quelle: dapd
17.01.13 1:08 min.
Auf der weltweit größten Waffenmesse in Las Vegas treffen Waffennarren aufeinander und leben ihre kühnsten Fantasien aus. Verkäufer sprechen von "Hamsterkäufen" wegen der drohenden Gesetzesänderung.
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