06.02.13

Japan

Michelangelos nackter David soll Unterhosen tragen

Ein japanischer Geschäftsmann wollte seiner Heimatstadt Okuizumo etwas Gutes tun und schenkte ihr eine fünf Meter hohe Kopie von Michelangelos David. Doch seine entblößte Pracht freut nicht jeden.

Foto: AFP

Die Stadt Okuizumo diskutiert über den nackten David und seine entblößte Pracht
Die Stadt Okuizumo diskutiert über den nackten David und seine entblößte Pracht

Eine Nachbildung von Michelangelos nacktem David sorgt unter den Bürgern eines japanischen Ortes für Erregung. Nach einem Bericht der Zeitung "Yomiuri Shimbun" fordern nun mehrere Einwohner, dass die fünf Meter große Statue seine Blöße mit Unterwäsche bedecken sollte.

Ähnlich anzüglich findet mancher die im selben öffentlichen Park stehende Venus von Milo. Ein aus dem Ort stammender ehemaliger Bauunternehmer hatten die beiden Nachbildungen seiner Heimatgemeinde als künstlerische Bereicherung gespendet.

Die Stadtväter sind dankbar für diese "prachtvolle Kunst" und finden auch die Standortwahl keineswegs ungeeignet. Schließlich versammeln sich Athleten in dem großen Park, wo sich auch Sporteinrichtungen befinden. Und da passe der kraftstrotzende David doch prima hin.

Und da auch Kinder in dem Park spielen, sei doch die Liebe und Schönheit ausstrahlende hellenische Venus geeignet.

Kinder in Angst

Überhaupt nicht, finden dagegen manche Bürger. Schließlich seien die beiden splitternackt. "Das macht den Kindern Angst", sagen sie und halten das aus erzieherischer Sicht für unpassend, wie das Blatt schreibt.

"Es ist das erste Mal, dass wir so etwas in unserer Stadt haben, wahrscheinlich haben die Statuen einige unserer Bewohner verwirrt", sagt der Stadtverwalter Yoji Morinaga. "Unbekleidete Statuen sind in unserer Gegend sehr selten. Einige Leute glauben nun, dass sie nicht gut seien für ihre Kinder."

Nackte Haut ist überall in Japans Öffentlichkeit anzutreffen, ob auf Werbepostern, in Zeitschriften oder in Manga Comics. Geschlechtsteile allerdings müssen dem Gesetz nach verschleiert werden, was in der in Japan weit verbreiteten Pornografie beispielsweise durch Pixelverzerrungen erfolgt.

Der echte David steht in der Galleria dell'Accademia im italienischen Florenz. Die armlose Venus von Milo befindet sich im Louvre in Paris.

Quelle: dpa/AFP/kami
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