06.02.13

Bahlsen

Polizei untersucht goldenen Keks millimetergenau

Der Krimi um den Bahlsen-Keks geht weiter. Ermittler haben kaum Zweifel an seiner Echtheit - trotzdem wird er genau unter die Lupe genommen.

Foto: dpa

Hübsch eingepackt: Der entwendete Riesen-Keks wiegt 20 Kilogramm, besteht aber lediglich aus mit Gold umhüllter Bronze
Hübsch eingepackt: Der entwendete Riesen-Keks wiegt 20 Kilogramm, besteht aber lediglich aus mit Gold umhüllter Bronze

Der zurückgegebene goldene Keks der Firma Bahlsen bleibt auf unbestimmte Zeit im niedersächsischen Landeskriminalamt. Experten untersuchen ihn dort auf Finger- und Mikrofaserspuren. "Wie lange das dauert, können wir nicht sagen, weil er millimetergenau angeschaut wird", sagte LKA-Sprecher Frank Federau.

Die Ermittler haben kaum Zweifel, dass es sich um das 20 Kilogramm schwere Wahrzeichen des Gebäckherstellers Bahlsen handelt, das im Januar von der Fassade der Firmenzentrale gestohlen worden war. Danach tauchten Bekennerschreiben vom "Krümelmonster" auf. Der Keks war zuvor mit einer roten Schleife geschmückt am Pferdedenkmal vor der Leibniz Uni entdeckt worden.

Zahlreiche Schaulustige hatten beobachtet, wie Polizei und Feuerwehr mit einer Leiter den rund 100 Jahre alten Keks aus rund fünf Meter Höhe vom Denkmal abnahmen. Der Kriminaltechniker trug dabei Handschuhe und Mundschutz.

Krümelmonster bestand auf Überzug aus Vollmilchschokolade

Die Forderungen an das Unternehmen hatte das "Krümelmonster" in seinem Erpresserbrief eindeutig formuliert. "Ich habe den Keks! Ihr wollt ihn haben", hieß es. Wenn Bahlsen sein Wahrzeichen wiederhaben wolle, solle es alle Stationen im Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover mit Leibniz-Keksen versorgen.

Hierbei bevorzugte der Erpresser nach eigenen Angaben die Vollmilch-Variante. "Nicht die mit schwarzer Schokolade und nicht die ohne Schokolade", heißt es in dem Schreiben. Überdies sollte die zur Ermittlung des Täters ausgesetzte Belohnung von 1000 Euro an ein Tierheim gespendet werden.

Unternehmenschef Werner M. Bahlsen wollte auf die Forderung nicht eingehen. Er beteuerte: "Wir lassen uns nicht erpressen", und appellierte an die Täter: "Wir wollen den Keks zurückhaben. Dieser Keks ist für unser Haus ein Symbol. Er ist auch wichtig für Hannover."

Hinweise auf zwei Männer mit einer Leiter

Am 31. Januar hatte Bahlsen allerdings eine Spende von Tauenden Kekspackungen versprochen, sollte der vergoldete Leibniz Keks wieder auftauchen.

In einem zweiten Schreiben hatte der mutmaßliche Dieb schließlich angekündigt, er werde den Keks zurückgeben: "Weil der Werni den Keks so lieb hat wie ich und der jetzt immer weint und den Keks ganz dolle vermisst geb ich den zurück!!!"

Wann genau der Keks entwendet wurde, ist noch unklar. Ein Mitarbeiter hatte das Firmen-Symbol zuletzt am 4. Januar gesehen. Die Polizei hatte Hinweise von Zeugen erhalten, die zwei Männer mit einer Leiter am 11. Januar an dem Gebäude beobachtet hatten.

Unauffälliger Diebstahl am hellichten Tag

Erst am 21. Januar schlug eine Bahlsen-Mitarbeiterin Alarm, der Keks sei weg. Fest steht, dass es nicht so einfach gewesen sein dürfte, den Keks zu stehlen. Denn er hängt in etwa fünf Metern Höhe zwischen zwei bronzenen Männern außen an der Fassade des Stammhauses, ist 20 Kilo schwer und etwa einen halben Meter hoch.

So muss der Täter entweder ein geübter Fassadenkletterer gewesen sein oder den Keks mit einer sehr langen Leiter oder einem Hubwagen gestohlen haben. Hinzu kommt, dass das Stammhaus an einer belebten Straße liegt, rund 250 Bahlsen-Verwaltungsmitarbeiter gehen dort täglich ein und aus, rund um die Uhr fahren Autos vorbei.

Am wenigsten auffallen dürfte ein Diebstahl dort wahrscheinlich am helllichten Tag – indem der Täter einfach als Handwerker auftritt, der den Keks vor den Augen aller Passanten abmontiert. "Den kann man sich nicht mal eben einfach so unter den Arm klemmen", sagte eine Firmensprecherin.

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