05.02.13

Körperverletzung

Auch die Mutter von Arzu Ö. muss vor Gericht

Die Mutter der ermordeten jungen Kurdin Arzu Ö. muss sich vor Gericht verantworten. Die gegen sie erhobene Anklage wird zugelassen. Es geht um Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung

Foto: dpa

Im Fall der ermordeten Kurdin Arzu Ö. muss sich auch ihre Mutter vor Gericht verantworten
Im Fall der ermordeten Kurdin Arzu Ö. muss sich auch ihre Mutter vor Gericht verantworten

Nach dem Vater der getöteten Arzu Ö. aus Detmold muss sich jetzt auch die Mutter vor Gericht verantworten. Der 53-jährige Fendi Ö. war am Montag vom Landgericht zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er seine fünf erwachsenen Kinder nicht von dem Mord abgehalten hatte.

Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte am Dienstag offiziell, dass nun auch die Anklage gegen seine Frau Adle Ö. (47) zugelassen sei. Ihr wird gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung vorgeworfen.

Geschwister hatten die 18-jährige Arzu in der Nacht zum 1. November 2011 aus der Wohnung ihres Freundes entführt und getötet. Grund war die verbotene Beziehung Arzus. Die Familie Ö. gehört zur Glaubensgemeinschaft der Jesiden. Beziehungen zu Nicht-Jesiden sind ihnen nicht erlaubt.

Mit Stock verprügelt

Wegen ihrer Beziehung war Arzu vor der Entführung vor der versammelten Familie mit einem Stock verprügelt und einige Tage festgehalten worden. Das hatte auch der Vater zugegeben.

"Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen bestünden hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass die Mutter von Arzu Ö. im Rahmen des in Frage stehenden Tatgeschehens Ende August 2011 eine aktive und einflussreiche Rolle gespielt habe", teilte das OLG mit. Dabei habe auch die Vorstellung der Frau von der "Familienehre" eine Rolle gespielt.

Die Verhandlung findet vor dem Amtsgericht statt. Ein Termin steht noch nicht fest. Das Landgericht Detmold hatte die Anklage wegen Beihilfe zur Körperverletzung durch Unterlassen nicht zugelassen, da eine Verurteilung nicht hinreichend wahrscheinlich sei, wie es damals hieß. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt. Das OLG gab dieser Beschwerde nun statt und verschärfte die Anklage sogar.

Quelle: dpa/fp
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Himmelskreaturen Der Angriff der Riesendrachen
Skandal-Schauspielerin Lindsay Lohan verrät ihr Beauty-Geheimnis
Vor Verkaufsstart Für das neue iPhone die eigene Freundin verkaufen
Raumfahrt Nasa schickt wieder Astronauten ins All
Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. AuslandReferendumSchottland sagt "Nein" zur Unabhängigkeit
  2. 2. Wirtschaft"Welt"-Nachtblog++ Freispruch für Sex-Täter, der schlafwandelte ++
  3. 3. DeutschlandMuslime gegen IS"Verbrecher, Mörder, die den Islam kidnappen"
  4. 4. AuslandFrançois HollandeDie Märchenstunde eines verzweifelten Präsidenten
  5. 5. WissenschaftPrognoseBis 2100 wird es eine Bevölkerungsexplosion geben
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Handy-Kult

Apple-Fans warten auf das neue iPhone 6

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote