05.02.2013, 16:46

Mordversuch Dänischer Islamkritiker überlebt nur knapp Anschlag


Der Mordversuch an Lars Heedegard reiht sich in eine Serie von Anschlägen auf Islamkritiker ein

Foto: DRESLING JENS / AP

Wer in Dänemark den Islam kritisiert, muss mit dem Tod rechnen. Jetzt hat ein 70 Jahre alter Journalist nur knapp einen Anschlag überlebt.

Die Serie von Mordanschlägen gegen Islamkritiker in Dänemark reißt nicht ab. In Kopenhagen hat ein Unbekannter am Dienstag bei einem Handgemenge auf den islamkritischen Journalisten Lars Hedegaard geschossen, der aber unverletzt blieb.

Der Täter konnte entkommen und wurde bei einer sofort ausgelösten Großfahndung von einem massiven Polizeiaufgebot in der dänischen Hauptstadt gejagt.

Erst in der Vorwoche hatte das Kopenhagener Oberlandesgericht ein Urteil zu zwölf Jahren Haft aus erster Instanz gegen einen 31-Jährigen wegen Mordplänen gegen die Redaktion der Zeitung "Jyllands-Posten" bestätigt.

Muslime wollten viele Journalisten töten

Der Mann und drei schon zuvor rechtskräftig verurteilte Männer konnten rechtzeitig gestoppt werden, als sie schwer bewaffnet aus Schweden nach Kopenhagen kamen. Sie wollten als "Rache" für die umstrittenen Mohammed-Karikaturen von "Jyllands-Posten" möglichst viele Mitarbeiter töten.

Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning Schmidt nannte den Anschlag auf den 70 Jahre alten Hedegaard vor dessen Wohnung "abscheulich". Der ehemalige Linkssozialist ist Vorsitzender der dänischen "Gesellschaft für Pressefreiheit" und hat sich mit betont scharfen Äußerungen etwa über ein nach seiner Meinung im Islam akzeptiertes Recht auf Vergewaltigung profiliert.

Zeichner Kurt Westergaard überlebte nur knapp

Nach dem weltweiten Streit um die Mohammed-Karikaturen von "Jyllands-Posten" 2006 überlebte unter anderem der Zeichner Kurt Westergaard einen Mordanschlag in seinem Haus nur knapp. Der schwedische Künstler Lars Vilks, der eine Zeichnung mit dem Propheten Mohammed als Hund ausgestellt hatte, war zweimal Anschlägen ausgesetzt.

(dpa/oje)
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