05.02.13

Drogensucht

Ex-Fußballer Paul Gascoigne kämpft um sein Leben

Vier Flaschen Whiskey und 16 Linien Kokain konsumiert Paul Gascoigne - täglich. Angehörigen zufolge schwebt er in Lebensgefahr.

Foto: AP

Paul Gascoignes öffentliche Auftritte verlaufen fast immer lallend und schwankend
Paul Gascoignes öffentliche Auftritte verlaufen fast immer lallend und schwankend

Die Augen leblos, die Wangen aufgedunsen, der Körper ausgemergelt. Auf dem eingefallenen Brustkorb von Paul Gascoigne baumelt ein Kreuz. Die letzten Bilder vor dem Abflug ins amerikanische Pheonix muten gespenstisch an. Sie legen schonungslos offen, was der Alkohol aus dem ehemaligen Superstar des englischen Fußballs gemacht hat. Gascoigne kämpft dieser Tage in einer Suchtklinik in Arizona um sein Leben.

"Alkoholiker Paul Gascoigne hat zuletzt eine harte Zeit durchlebt. Er ist motiviert, seine Sucht unter Anleitung vollständig zu verstehen und zu kontrollieren", heißt es in einem offiziellen Statement seines Managements: "Er hat um Hilfe gebeten und ist freiwillig in ein Behandlungszentrum in den USA eingewiesen worden." Weitaus drastischer formulierte es Gascoignes Berater Terry Baker. In einem BBC-Radio-Interview berichtete er, dass "Gazza" in akuter Lebensgefahr schwebe. "Er braucht dringend sofortige Hilfe", betonte Baker.

Sohn in Angst um seinen Vater

Die letzten Jahre im Leben des Paul Gascoigne sind die Geschichte von unzähligen Alkohol- und Drogeneskapaden. Bereits 2008 fürchtete sein damals zwölfjähriger Sohn in einem Interview: "Mein Vater wird bald sterben." Gascoigne selbst erzählte in einem Fernseh-Interview im November 2011 von "vier Flaschen Whiskey und 16 Linien Koks", die er täglich zu sich nahm. Jahrelang kämpfte er mit Depressionen. Immer wieder unterzog er sich Entziehungskuren – ohne Erfolg.

Zum traurigen Höhepunkt seiner Exzesse wurde der Auftritt bei einer Charity-Gala in Northhampton am vergangenen Donnerstag. Am ganzen Körper zitternd und mit lallender Stimme stammelte der 57-malige englische Nationalspieler wirre Sätze ins Mikrofon und schockierte damit die britische Öffentlichkeit.

Prominente Freunde wie Ex-Fußballer Gary Lineker und TV-Entertainer Piers Morgan nahmen den bestürzenden Anblick, vor dem selbst die sonst so hart gesottene britische "Sun" die Zuschauer auf ihrer Internetseite warnt, zum Anlass, Gascoigne sowohl das Flugticket nach Amerika als auch die Therapie in einer renommierten Suchtklinik zu bezahlen.

Schon immer ein Enfant terrible

Schon in seiner aktiven Zeit galt der aus einfachen Verhältnissen stammende Gascoigne als Enfant terrible. Auf dem Platz erreichte er bei den Fans mit seiner teils brillanten Spielweise und durch seine humoristischen Einlagen gegenüber Mitspielern, Trainern und Schiedsrichtern Kultstatus. Abseits des Spielfeldes geriet er durch häusliche Gewalt, Pöbeleien und seine unzähligen Sauftouren in die Schlagzeilen.

"Ich kann nur hoffen, dass er irgendwie seinen Frieden findet, aber ich fürchte, dass die Hoffnung aussichtslos ist", twitterte Lineker, der zusammen mit Gascoigne 1990 im WM-Halbfinale an Deutschland gescheitert war. Und Gordon Taylor, Vorsitzender der Vereinigung der englischen Profi-Fußballer (PFA), warnte: "Wenn wir nicht aufpassen, wird er enden wie George Best." Best starb 2005 im Alter von nur 59 Jahren. Er war langjähriger Alkoholiker.

Quelle: dpa/oje
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