04.02.2013, 13:25

Ehrenmord Sechseinhalb Jahre Haft für Vater der ermordeten Arzu Ö.


Fendi Ö.’s Verteidigung plädiert für eine Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung

Foto: Friso Gentsch / dpa

Fendi Ö.’s Verteidigung plädiert für eine Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung Foto: Friso Gentsch / dpa

Fendi Ö. muss wegen Beihilfe zum Mord an seiner 18-jährigen Tochter ins Gefängnis. Seine fünf Kinder wurden bereits verurteilt.

Der Vater der ermordeten Arzu. Ö. aus Detmold muss ins Gefängnis. Das Landgericht Detmold verurteilte den 53-jährigen Fendi Ö. am Montag wegen Beihilfe zum Mord zu sechseinhalb Jahren Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre und neun Monate Haft gefordert. Der Vater hatte jede Beteiligung an dem Mord abgestritten.

Die aus der Ost-Türkei stammende jesidische Familie habe Arzus Beziehung zu dem Nicht-Jesiden abgelehnt, sagte Staatsanwalt Imig im Plädoyer. Fendi Ö. sei gemäß der Tradition der uneingeschränkte Patriarch der Familie gewesen. Nachdem die Tochter Arzu ihn wegen der Schläge angezeigt habe, habe Fendi Ö. handeln müssen.

Arzu liebte einen Deutschen

In den frühen Morgenstunden des 1. November 2011 tötete der 22-jährige Osman A. seine vier Jahre jüngere Schwester Arzu mit zwei Kopfschüssen. Zusammen mit vier Geschwistern hatte er die junge Frau zuvor aus der Wohnung ihres Freundes entführt.

Die kurdische Familie wollte nicht akzeptieren, dass Arzu einen Deutschen liebte. Weil sie den Widerspruch ihrer Eltern und der Geschwister nicht akzeptierte, musste sie sterben. Ein sogenannter Ehrenmord.

Die fünf erwachsenen Kinder, vier Brüder und eine Schwester, hatten in einem ersten Prozess gestanden, ihre 18 Jahre alte Schwester im November 2011 entführt und getötet zu haben. Sie wurden im Mai letzten Jahres verurteilt.

(BM/dpa)
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