04.02.2013, 11:08

Mädchenmörder Gericht verhandelt über Haftentlassung von Dutroux


Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen berät ein Brüsseler Gericht über den Antrag des Mädchenmörders Marc Dutroux auf vorzeitige Haftentlassung (Foto: 2004)

Foto: epa belga Bauweraerts / dpa

Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen berät ein Brüsseler Gericht über den Antrag des Mädchenmörders Marc Dutroux auf vorzeitige Haftentlassung (Foto: 2004) Foto: epa belga Bauweraerts / dpa

Der verurteilte Belgier hofft auf ein Leben in Freiheit mit elektronischer Fußfessel. Angehörige von Opfern boykottieren das Verfahren.

Der Fall Marc Dutroux beschäftigt erneut die belgische Justiz: Unter schärfsten Sicherheitsbedingungen berät ein Brüsseler Gericht am Montag über den Antrag des Mädchenmörders auf vorzeitige Haftentlassung. Die Anhörung hinter verschlossenen Türen beginnt um 14 Uhr und könne sich bis in den Abend ziehen, erklärte das Gericht. Gerichtspräsident Luc Hennart will danach vor die Öffentlichkeit treten.

Ob der 56-jährige Dutroux selbst bei dem Termin dabei sein will, kann er bis zur letzten Minute selbst entscheiden. Seine Opfer sind zwar zugelassen, mehrere Angehörige haben aber bereits einen Boykott angekündigt. Ob sie dem verurteilten Mörder gegenüberstehen werden, war unklar.

Komplizin Martin lebt im Nonnenkloster

Eine Entscheidung über den Antrag oder gar eine Freilassung Dutrouxs noch am Tag der Anhörung ist laut Gericht ausgeschlossen. Das Gericht hat zwei Wochen Zeit, um über Dutrouxs Antrag auf ein Leben in Freiheit aber mit einer elektronischen Fußfessel zu entscheiden.

Selbst ein positiver Entscheid sei aber allenfalls "ein erster Schritt" Richtung Freiheit, erklärte das Gericht. Denn dann müsste es in einem zweiten Verfahrensschritt über die tatsächliche Entlassung befinden. Dies könne einige weitere Wochen dauern.

Dutroux war 2004 verurteilt worden, weil er sechs Mädchen entführt, gefoltert und vergewaltigt hatte. Vier davon starben. Seine damalige Komplizin und Frau Michelle Martin war im vergangenen Sommer unter Auflagen nach 16 Jahren freigekommen. Sie lebt in einem Nonnenkloster.

Friseurbesuch löst Empörung aus

Mit einem Friseurbesuch im belgischen Seebad Knokke im Dezember vergangenen Jahres hatte Martin breite Empörung ausgelöst. Die 52-Jährige ließ sich in dem Nobelbadeort bei einem Edelfriseur für 80 Euro die Haare schneiden und besuchte danach ein Restaurant.

Der Preis sei allein für den Schnitt angefallen – ohne Föhnen und ohne Färben, berichtete die Zeitung "Het Laatste Nieuws". Der Ausflug steht in krassem Gegensatz zu dem kargen Leben, das Martin eigentlich in einem Kloster in Malonne bei Namur führen soll. Ihren Antrag auf vorzeitige Haftentlassung hatte Martin damit begründet, in der Haft zu Gott gefunden zu haben.

(BM/dpa)
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