02.02.13

Raketenabschuss

Fake-Verdacht bei Raumflug eines iranischen Affen

Der Raketenstart des Iran mit einem Affen hatte viele westliche Regierungen beunruhigt. Doch jetzt kommt raus: Vermutlich ist alles eine Fälschung. Der entscheidende Hinweis ist ein kleines Muttermal.

Foto: AFP/dpa/ddp

Ist das derselbe Affe? Vor dem Abschuss (l.) und angeblich danach (Mitte und r.)
Ist das derselbe Affe? Vor dem Abschuss (l.) und angeblich danach (Mitte und r.)

Von triumphalen Worten untermalt, hatte das Staatsfernsehen vor einigen Tagen gemeldet, dass der Iran erfolgreich einen Affen ins Weltall geschossen habe. Das Tier sollte dem Sender al-Alam zufolge in der Raumkapsel "Pischgam" ("Pionier") bis in eine Höhe von 120 Kilometern ins All gebracht worden sein.

Danach kehrte es nach Worten des Verteidigungsministers Ahmad Vahidi "unbeschadet" zur Erde zurück. Dazu zeigten weltweit verbreitete Fernsehbilder tatsächlich einen Raketenabschuss sowie ein erschrocken dreinblickendes Tier, das in eine Schiene geschnallt worden war.

Während sich die iranischen Medien über diesen Vorstoß in die bemannte Raumfahrt mit Lob überschlugen, blickten westliche Beobachter eher besorgt auf die Ambitionen des Landes. Erst recht wegen der Bemühungen des Iran, ein eigenes Atomprogramm auf die Beine zu stellen. Zu groß ist die Skepsis, die Raumfahrttechnik könnte für kriegerische Zwecke missbraucht werden.

Ganz andere Gesichtszüge

Doch die Aufregung ist womöglich übertrieben. Denn es besteht der Verdacht: Der iranische Weltraum-Affe ist eine Fälschung. Zumindest behaupten das inzwischen mehrere Wissenschaftler, darunter ein Ingenieur aus Israel, der die Bilder des Raketenabschusses genau analysieren ließ. Dabei wurde etwas Entscheidendes entdeckt: Der Affe, der angeblich "unbeschadet" aus der Rakete geholt wurde, ist gar nicht der, der zuvor hochgeschossen worden sein soll.

"Er sieht ganz anders aus, die Nase, die Gesichtszüge, alles ist anders", sagte Yariv Bash, der Gründer und Chef der Non-Profit-Organisation Space Israel, der Zeitung "Daily Telegraph". "Das bedeutet, dass entweder der Original-Affe nach der Landung an einem Herzinfarkt gestorben ist oder dass das Experiment nicht so gut gelaufen ist."

Bei genauerer Betrachtung sind tatsächlich deutliche Unterschiede zwischen den beiden Tieren erkennbar. Markant ist bei dem Äffchen, das nach seiner Rückkehr gefeiert wurde, vor allem eines: ein großes Muttermal oberhalb des rechten Auges. Außerdem ist sein Fell viel heller gefärbt als das des Tieres, das mit der Rakete ins Weltall geschossen worden sein soll.

Andere Wissenschaftlicher bemängelten zudem, dass in den Fernsehbildern zwar der Start der Rakete zu sehen war, nicht aber ihre erfolgreiche Landung. Ein weiterer Hinweis darauf, dass das Flugobjekt entweder stark beschädigt wurde – oder eventuell gar nicht zurückgekehrt ist.

Inzwischen äußerte auch die US-Regierung ihre Zweifel, dass es überhaupt einen iranischen Raketen-Affen gegeben hat. "Es gibt keine unabhängige Bestätigung außerhalb des Iran, dass der Vorfall stattgefunden und der Affe überlebt hat", sagte der Sicherheitsexperte Michael Elleman der Zeitung "The Sun".

Iranisches Weltraumprojekt bis 2020

Ein Scheitern des Experiments wäre gut möglich. Ein erster Versuch mit einem Affen ist bereits schiefgegangen, was der Iran aber nur indirekt eingestanden hatte. Der Abschuss einer Weltraum-Ratte, mehrerer Schildkröten sowie von Insekten verlief dagegen im Jahr 2010 erfolgreich.

Das iranische Staatsfernsehen berichtet immer wieder über die Raumfahrtpläne des Landes. Nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad soll die erste bemannte Mission des Iran bis spätestens 2020 stattfinden.

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