01.02.2013, 19:13

Abhöraffäre Polizeiinspektorin muss 15 Monate ins Gefängnis


April Casburn arbeitete im September 2010 als Chefinspektorin der Antiterroreinheit von Scotland Yard

Foto: Sang Tan / AP

April Casburn arbeitete im September 2010 als Chefinspektorin der Antiterroreinheit von Scotland Yard Foto: Sang Tan / AP

Erstes Urteil im britischen Abhörskandal um die Boulevardzeitung „News of the World“: Eine Abteilungsleiterin von Scotland Yard muss ins Gefängnis, weil sie brisante Informationen verkaufen wollte.

Im Zuge der juristischen Aufarbeitung der Abhöraffäre um die britische Boulevardzeitung "News of the World" ist das erste Hafturteil gegen eine Inspektorin der Antiterroreinheit der britischen Polizei gefällt worden.

Die 53-jährige April Casburn wurde in London wegen Bestechlichkeit zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie versucht hatte, der Zeitung Insiderinformationen zu verkaufen, als die Ermittlungen in Gang kamen.

Die Verteidigung hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert, weil die Angeklagte dabei sei, ein dreijähriges Kind zu adoptieren. Aber das Londoner Gericht urteilte, die Vergehen seien zu schwerwiegend, weil es sich um den Versuch handele, "Geld mit sensiblen Informationen zu machen, was großen Schaden hätte anrichten können".

Alles für die Exklusivgeschichte

Ein Verfahren gegen die Hauptangeklagten in diesem Skandal soll im September beginnen.

Journalisten der "News of The World" hatten im vergangenen Jahrzehnt Handymailboxen von Hunderten Prominenten, Angehörigen getöteter Soldaten und Kriminalitätsopfern abgehört, um Exklusivgeschichten zu publizieren.

Casburn arbeitete im September 2010 als Chefinspektorin der Antiterroreinheit von Scotland Yard, wo sie die Abteilung für Finanzdelikte leitete. Im Prozess wurde bekannt, dass sie das Boulevardblatt angerufen hatte, um ihm Material zu den gerade breit eingeleiteten Ermittlungen zu verkaufen.

(AFP/jds)
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