01.02.13

Russland

Pussy-Riot-Sängerin völlig erschöpft in Klinik

Nadeschda Tolokonnikowa soll an Erschöpfungszuständen leiden. Im Straflager müsse die Pussy-Riot-Musikerin zu hart arbeiten, heißt es.

Foto: AFP

Nadeschda Tolokonnikowa sagt von sich selbst, sie sei Asketin und kümmere sich nicht um Lebensbedingungen
Nadeschda Tolokonnikowa sagt von sich selbst, sie sei Asketin und kümmere sich nicht um Lebensbedingungen

Die Pussy-Riot-Sängerin Nadeschda Tolokonnikowa ist in ihrer Lagerhaft in eine Klinik gebracht worden. Eine Sprecherin der Gefängnisverwaltung teilte am Freitag mit, die 23-Jährige werde im Krankenhaus des Lagers in Mordowia behandelt. Zu ihrem Zustand machte sie keine Angaben.

Jekaterina Samuzewich, ebenfalls Mitglied der Frauen-Punk-Band, sagte, Tolokonnikowa leider unter Erschöpfungszuständen, da sie im Lager zu viel gearbeitet und zu wenig geschlafen habe. "Sie haben ihr nicht erlaubt, sich auszuruhen", sagte Samuzewitsch dem Fernsehsender Rain TV. "Sie sagte, dass sie sich müde fühle, extrem müde."

Bereits während des Prozesses im August vergangenen Jahres habe Nadeschda unter Kopfschmerzen gelitten, was die Richterin aber ignoriert habe. Samuzewitsch war ebenfalls zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, wurde dann aber auf Bewährung freigelassen.

Einmal die Woche ein Bad, sonst nur kaltes Wasser

In einem Interview der Zeitung "Nowaja Gaseta" hatte Tolokonnikowa in der vergangenen Woche ihre harten Haftbedingungen beschrieben und gesagt, sie erwarte keine Milde von den Behörden. Die junge Frau arbeitet wie die meisten weiblichen Gefangenen in den russischen Straflagern an einer Nähmaschine. Einmal in der Woche dürfe sie baden, ansonsten gebe es nur kaltes Wasser zum Waschen.

"Ich kümmere mich nicht besonders um die Lebensbedingungen", hatte Tolokonnikowa in einem anderen Interview im Dezember gesagt. "Ich bin Asketin und Lebensbedingungen kümmern mich nicht weiter." Als Mittel gegen die öde Arbeit meditiere sie viel. Was sie am meisten vermisse, sei die Möglichkeit, ungehindert zu lesen.

Die Frauen-Punkband hatte bei einem provokativen Auftritt am 21. Februar 2012 in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale die Muttergottes aufgefordert, den russischen Präsidenten Wladimir Putin davonzujagen. Drei Bandmitglieder wurden wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" zu zweijährigen Haftstrafen verurteilt.

Quelle: BM/AP
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    ”Mutter Gottes, Du Jungfrau, vertreibe Putin! Vertreibe Putin, vertreibe Putin! 

    Schwarzer Priesterrock, goldene Schulterklappen - Alle Pfarrkinder kriechen zur Verbeugung.

    Das Gespenst der Freiheit im Himmel Homosexuelle werden in Ketten nach Sibirien geschickt. 

    Der KGB-Chef ist Euer oberster Heiliger, Er steckt die Demonstranten ins Gefängnis. Um den Heiligsten nicht zu betrüben, müssen Frauen gebären und lieben. 

    Göttlicher Dreck, Dreck, Dreck! Göttlicher Dreck, Dreck, Dreck!  Mutter Gottes, Du Jungfrau, werde Feministin, Werde Feministin, werde Feministin! 

    Kirchlicher Lobgesang für die verfaulten Führer - Kreuzzug aus schwarzen Limousinen. In die Schule kommt der Pfarrer, Geh zum Unterricht – bring ihm Geld. 

    Der Patriarch glaubt an Putin. Besser sollte er, der Hund, an Gott glauben. Der Gürtel der Seligen Jungfrau ersetzt keine Demonstrationen - die Jungfrau Maria ist bei den Protesten mit uns! 

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