31.01.2013, 17:16

Winterwetter Der Januar 2013 war der dunkelste seit 60 Jahren


Die Wintersonne kam im Januar 2013 so gut wie gar nicht raus

Foto: Uwe Zucchi / dpa

Die Wintersonne kam im Januar 2013 so gut wie gar nicht raus Foto: Uwe Zucchi / dpa

Von Ulli Kulke

So trüb wie in diesem Januar war es lange nicht mehr in Deutschland. Nur 22,5 Stunden hat die Sonne die Wolkendecke durchbrochen. Die Aussichten für Februar sind kaum besser.

Der Januar hatte kalte und warme Tage, einige mit und andere ohne Schneedecke über dem Land. Eines aber traf auf fast alle Tage: Sie waren durchweg trüb, mit tief hängenden Wolken oder hoch stehendem Nebel. Finster war es, so finster wie noch nie seit vor 60 Jahren die monatliche Sonnenscheindauer systematisch erfasst wird.

Nur 22,5 Stunden, weniger als die Dauer eines einzigen Tages, schien im Durchschnitt über Deutschland die Sonne zwischen dem ersten und dem 30. Januar, gerade einmal die Hälfte des langjährigen Mittelwertes. Beste Bedingungen herrschten also für aufkommende Winterdepressionen.

Wie besonders der Januar 2013 war, zeigt sich auch daran, dass der berühmte 100-jährige Kalender in einem Aspekt seiner Vorhersage sogar einmal richtig lag, was ja nur alle paar Jahre vorkommen soll. Gegen Ende Januar 2013, so prophezeite im 17. Jahrhundert der Mönch Mauritius Knauer in seinem Werk, solle es sehr stürmisch werden. So war es dann auch am Mittwochabend und Donnerstag.

Und dabei dürfte es auch in den ersten Februartagen bleiben, wobei es wieder etwas kälter werden wird. Die Wolken, die Samstag und Sonntag zeitweise übers Land ziehen, bringen Niederschlag, bis in tiefere Lagen oft auch als Schnee. Das wechselhafte Wetter wird uns entweder milde, stürmisch-feuchte oder eben trockene kältere Tage bescheren.

Mancherorts droht in Tälern dieser Tage bereits wieder Hochwasser, obwohl der Niederschlag im Januar sogar leicht unterdurchschnittlich war, doch die Schneeschmelze hat die Flussläufe inzwischen gut gefüllt.

Eines macht Hoffnung: Insgesamt war der Januar durchaus kalt, nur 0,3 Grad wärmer als der Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990, was für die letzten eineinhalb Jahrzehnte nicht viel ist. Kalte Wintermonate aber deuten nach den Bauernregeln – die eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit als der 100-jährige Kalender aufweisen – auf einen schönen Sommer hin.

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